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Digitale Pflege: Kompetenzzentrum steht – Wirkung für die Praxis noch offen

Das Kompetenzzentrum Digitalisierung und Pflege hat erste sichtbare Fortschritte erzielt. Zugleich macht ein aktueller Bericht über die Arbeit und Ergebnisse deutlich: Belastbare Aussagen zur Wirkung in der Pflegepraxis sind angesichts der bisherigen Laufzeit noch nicht möglich.

Das Kompetenzzentrum Digitalisierung und Pflege zieht nach gut anderthalb Jahren Arbeit eine positive Zwischenbilanz. Foto: Adobe Stock/Desy
Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass dem beim GKV‑Spitzenverband angesiedelten Kompetenzzentrum Digitalisierung und Pflege  in der Aufbauphase „erste Ergebnisse und sichtbare Erfolge“ erzielt hat. Zugleich weist er darauf hin, dass belastbare Aussagen zur Wirkung in der Pflegepraxis aufgrund der bisherigen Laufzeit noch nicht möglich sind.

Seit dem Start im Januar 2024 habe das Kompetenzzentrum zentrale Strukturen aufgebaut, praxisnahe Angebote entwickelt und erste messbare Erfolge erzielt, heißt es in dem Bericht. Besonders hervorgehoben werden der Launch einer eigenen Internetplattform im Juni 2025 sowie konkrete Unterstützungsangebote für Pflegeeinrichtungen. Allein in den ersten zehn Wochen verzeichnete die Website rund 5.600 Besuche.

Zu den Kernergebnissen zählt zudem eine vom Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos erstellte Expertise zur digital gestützten Pflegeplatzsuche. Der Bericht steht seit Sommer 2025 online zur Verfügung und wurde bislang mehr als 100‑mal heruntergeladen. Ergänzend stellte das Kompetenzzentrum erstmals eine bundesweite Übersicht zu Fördermöglichkeiten für die Digitalisierung in der Langzeitpflege zusammen – ein Angebot, das laut Bericht innerhalb weniger Monate fast 1.000 Abrufe verzeichnete.

Cybersicherheit und Telematikinfrastruktur

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Vorbereitung der Pflege auf verbindliche gesetzliche Vorgaben. So unterstützt das Kompetenzzentrum Einrichtungen bei der seit Juli 2025 verpflichtenden Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI). Mit Blick auf die ab Dezember 2026 vorgeschriebene vollelektronische Abrechnung wurden bereits Informationsmaterialien und FAQ veröffentlicht.

Als wachsendes Risikofeld benennt der Bericht zudem die Cybersicherheit. Eine umfassende Handlungsempfehlung mit Checklisten und Notfallplänen für ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen sollte im ersten Quartal 2026 veröffentlicht werden.Das ist Stand heute noch nicht geschehen.

Die bisherige Aufbauarbeit wird von der externen Evaluation durch das iso‑Institut positiv bewertet. Das Kompetenzzentrum verfüge über eine klare fachliche Ausrichtung, eine wachsende Reichweite und eine enge Anbindung an Politik, Praxis und Wissenschaft. Finanziert wird die Arbeit mit insgesamt zehn Millionen Euro aus Mitteln der Pflegeversicherung bis 2027.