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ALTENPFLEGE 2026: Intelligenter Zutrittsschutz – Sicherheit ohne Überwachung
Der Schutz von Menschen mit demenziellen Veränderungen gehört zu den anspruchsvollsten Aufgaben in der stationären Pflege – rechtlich, ethisch und organisatorisch. Wie sich technische Lösungen weiterentwickeln, die Sicherheit bieten, ohne die Selbstbestimmung der Bewohnenden einzuschränken, ist auch Thema auf der Leitmesse ALTENPFLEGE 2026. Frank Schlifski, Vertriebs- und Marketingleiter bei Tetronik KT, erläutert im Interview, welche Anforderungen moderne Desorientierten-Schutzsysteme erfüllen müssen – und wie sich das Feld technisch weiterentwickelt.
Herr Schlifski, vor welchen konkreten Herausforderungen stehen Pflegeeinrichtungen heute beim Thema Desorientierten-Schutz?
Frank Schlifski: Die Anforderungen an Sicherheit und Bewegungsfreiheit in Pflegeeinrichtungen steigen kontinuierlich. Mit der wachsenden Zahl an Menschen mit demenziellen Veränderungen oder kognitiven Einschränkungen wächst auch der Bedarf an Lösungen, die Schutz bieten, ohne die Selbstbestimmung unnötig einzuschränken. Betreiber stehen dabei vor einem Spannungsfeld: Einerseits müssen sie Haftungsrisiken minimieren, andererseits wollen sie ein offenes, wohnliches Umfeld erhalten. Beides gleichzeitig zu gewährleisten, ist mit klassischen Türalarmen allein kaum noch zu leisten.
Wie funktioniert das System technisch – und was unterscheidet es vom herkömmlichen Türalarm?
Schlifski: Es basiert auf einem induktiven Erfassungsprinzip. In sensiblen Bereichen wie Türen, Durchgängen oder Aufzugsvorzonen wird ein unsichtbares Feld aufgebaut. Trägt ein Bewohner ein entsprechendes Mobilgerät am Handgelenk, erkennt das System beim Annähern automatisch die hinterlegten Identifikationsdaten. Diese Information wird über Gateways an die Rufanlage übertragen, sodass das Pflegepersonal in Echtzeit informiert wird – etwa über Displays, Diensttelefone oder mobile Endgeräte.
Das Entscheidende ist: Es entsteht ein punktgenauer Schutz an definierten Stellen, ohne permanente Ortung oder flächendeckende Überwachung. Die Privatsphäre der Bewohnerinnen und Bewohner bleibt gewahrt, während kritische Situationen frühzeitig erkannt werden. Das ist ein wesentlicher Unterschied zum isolierten Türalarm, der lediglich reagiert, wenn jemand bereits einen Bereich verlassen hat.
Welche Rolle spielt die Integration in bestehende Infrastrukturen – und wie flexibel lässt sich das System an unterschiedliche Einrichtungsgrößen anpassen?
Schlifski: Ein wesentlicher Branchentrend ist die durchgängige Vernetzung sicherheitsrelevanter Systeme. i2-Motion nutzt vorhandene Netzwerkstrukturen, reduziert damit den Installationsaufwand und erhöht die Investitionssicherheit für die Einrichtungen. Das System lässt sich flexibel skalieren – sowohl hinsichtlich der Anzahl überwachter Bereiche als auch der eingesetzten Mobilgeräte. Einrichtungen können klein starten und das System schrittweise erweitern. Das senkt die Einstiegshürde und ermöglicht eine bedarfsgerechte Planung.
Welchen Beitrag leistet das System konkret für den Pflegealltag – etwa bei der Personalentlastung und der Dokumentation?
Schlifski: Besonders relevant für den Pflegealltag ist die Balance zwischen Sicherheit und Alltagstauglichkeit. Begleitete Ausgänge lassen sich situationsabhängig freigeben, individuelle Berechtigungen hinterlegen und Ereignisse automatisch dokumentieren. Das unterstützt nicht nur den Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner, sondern entlastet auch das Personal und hilft bei der Einhaltung regulatorischer Anforderungen.
Insgesamt entwickelt sich der Desorientierten-Schutz vom isolierten Türalarm hin zu einem integralen Bestandteil moderner, digital vernetzter Pflegeinfrastruktur. Intelligente, integrierte Systeme, die Sicherheit diskret im Hintergrund organisieren und zugleich die Autonomie der Bewohner respektieren – das ist die Richtung, in die sich die Branche bewegt.
Interview: Ina Füllkrug
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