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DAK-Studie: Sozialhilfequote in Pflegeheimen erreicht Rekordwert von 37 Prozent
Immer mehr Pflegeheimbewohner sind auf Sozialhilfe angewiesen. Ohne Reform könnte die Quote bis 2035 auf knapp 43 Prozent steigen, zeigen neue Berechnungen des Bremer Gesundheitsökonomen Heinz Rothgang im Auftrag der DAK-Gesundheit.
Die Sozialhilfequote in Pflegeheimen hat 2026 mit 37 Prozent einen historischen Höchststand erreicht. Derzeit beziehen laut DAK-Gesundheit fast 309.000 Heimbewohner Sozialhilfeleistungen. Ohne Reformen könnte diese Zahl bis 2035 um 15 Prozent auf 356.000 Betroffene steigen, die Quote auf knapp 43 Prozent.
Leistungszuschläge dämpfen – aber reichen nicht
Die Sonderanalyse untersucht auch die Wirkung der gestaffelten Leistungszuschläge nach § 43c SGB XI. Trotz erheblicher Kosten hätten diese einen stark dämpfenden Einfluss auf die Sozialhilfequote, so das Ergebnis. Ohne dieses Instrument läge die Quote bereits bei 45 Prozent und würde bis 2032 auf über 50 Prozent steigen. DAK-Vorstandschef Andreas Storm warnt daher vor einer Streichung: „Eine Reduzierung der Leistungszuschläge ohne einen zumindest gleichwertigen Ersatz führt zu katastrophalen Effekten.“
Dynamisierung reicht nicht aus
Kritisch bewertet die Analyse auch Vorschläge zur regelhaften Dynamisierung der Pflegeleistungen. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hatte vorgeschlagen, Leistungen jährlich im Gleichklang mit der Inflationsrate anzupassen. Laut Rothgang ergäbe sich bei einer Dynamisierung anhand der Lohnentwicklung für 2035 eine Sozialhilfequote von 42,1 Prozent, bei einer Dynamisierung gemäß Inflation sogar 42,9 Prozent. Die Dynamisierung sei damit „ungeeignet zur Begrenzung der Sozialhilfequote“.
Pflegedeckel wirksam, aber teuer
Als wirksam bewertet die Studie dagegen eine Deckelung der pflegebedingten Eigenanteile. Bei einem Pflegedeckel von 1.000 oder 1.200 Euro monatlich würde die Sozialhilfequote 2035 zwischen 32 und 37 Prozent liegen. Allerdings entstünden erhebliche Mehrkosten: Ein Deckel von 1.200 Euro würde 2027 zu zusätzlichen Ausgaben von 2,2 Milliarden Euro führen, die bis 2035 auf 8,6 Milliarden Euro ansteigen würden.
Storm fordert eine umfassende Pflegereform mit einem neuen Finanzierungsmix: „Das Ziel muss eine faire Lastenverteilung zwischen Beitragszahlenden, Pflegebedürftigen und Steuerzahlenden sein.“
Die Sonderanalyse steht als Download auf der Website der DAK zur Verfügung:
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