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Auswertung zur Pflegeheimversorgung: Chemnitz gut aufgestellt, Braunschweig besonders günstig

Das Jobportal Pflegia hat die Versorgung mit stationären Pflegeplätzen in den 30 größten deutschen Städten untersucht. Die Analyse zeigt deutliche Unterschiede bei Platzangebot und Eigenanteil. Während Chemnitz die höchste Versorgungsdichte aufweist, ist Pflege in Braunschweig im Vergleich am günstigsten.

Für die Analyse wurden insgesamt 1.737 Einträge aus dem Informationsportal www.pflegelotse.de ausgewertet. Untersucht wurden stationäre Pflegeeinrichtungen in den 30 größten deutschen Städten mit Blick auf Platzangebot und durchschnittliche monatliche Pflegekosten. Quelle: Pflegia

Angesichts von demografischem Wandel und Fachkräftemangel rückt die Versorgungslage in Pflegeheimen zunehmend in den Fokus. Das Jobportal Pflegia hat vor diesem Hintergrund 1.736 Einrichtungen mit insgesamt 167.436 Pflegeplätzen ausgewertet und regionale Unterschiede analysiert.

Chemnitz führt bei Pflegeplatzdichte

In absoluten Zahlen verfügt Berlin mit 30.213 Plätzen über das größte Angebot, gefolgt von Hamburg mit 15.268 und Köln mit 7.947 Plätzen. Aussagekräftiger ist laut Pflegia jedoch die Zahl der Pflegeplätze pro 1.000 Einwohner:innen. Hier liegt Chemnitz mit 14,93 Plätzen vorn, gefolgt von Hannover mit 14,11 und Braunschweig mit 12,65.

Am unteren Ende der Skala rangiert München mit 5,07 Plätzen pro 1.000 Einwohner:innen. Auch Frankfurt am Main mit 6,17 und Kiel mit 7,27 weisen eine vergleichsweise geringe Versorgungsdichte auf.

Deutliche Unterschiede bei Eigenanteilen

Neben dem Platzangebot hat Pflegia auch die monatlichen Selbstkosten untersucht. Laut Verband der Ersatzkassen liegt der bundesweite Eigenanteil bei 3.245 Euro. Innerhalb der 30 größten Städte beträgt die Differenz laut Pflegia bis zu 859 Euro.

Am höchsten ist der Eigenanteil demnach in Karlsruhe mit 3.449 Euro, gefolgt von Stuttgart mit 3.381 und Köln mit 3.377 Euro. Am günstigsten ist stationäre Pflege in Braunschweig mit durchschnittlich 2.590 Euro. Auch Hamburg mit 2.591 und Leipzig mit 2.627 Euro zählen zu den preiswerteren Standorten.

Pflegia-Chef sieht politischen Handlungsbedarf

„Die Analyse zeigt: Sowohl die Versorgungsdichte als auch die Pflegekosten unterscheiden sich deutlich von Stadt zu Stadt. Neben dem Mangel an Pflegeplätzen verschärft vor allem der Fachkräftemangel die Lage. In vielen Bundesländern müssen Pflegeeinrichtungen bestimmte personelle Mindestanforderungen erfüllen. Werden diese unterschritten, kann es dazu kommen, dass Betten nicht belegt werden dürfen“, erklärt Pflegia-Geschäftsführer Felix Westphal.

Er fordert: „Um Pflege verlässlich und bezahlbar zu gestalten, sind politische Rahmenbedingungen gefragt, die Einrichtungen, Fachkräfte, Pflegebedürftige und ihre Familien gleichermaßen unterstützen.“

Für die Untersuchung wertete Pflegia 1.737 Einträge aus dem Informationsportal pflegelotse.de aus. Betrachtet wurden stationäre Pflegeeinrichtungen in den 30 größten deutschen Städten hinsichtlich Platzangebot und durchschnittlicher monatlicher Pflegekosten.