News

Erfolgreiche regionale Lösungen: AOK startet Initiative „Pflege vor Ort“

Bund und Länder ringen weiter um eine Reform der Pflegeversicherung. Entscheidungen zur Struktur und Finanzierung stehen noch aus, während das Defizit steigt. Die AOK-Gemeinschaft will mit regionalen Projekten Impulse für die politische Debatte liefern. Denn regional wurden bereits erfolgreich Lösungen gefunden.

Erfolgreiche regionale Lösungen für die Versorgung pflegebedürftiger Menschen gibt es bereits und sie sollten als Vorbild dienen, findet die AOK. Foto: AdobeStock/ New Africa

Die Arbeitsgruppe „Zukunftspakt Pflege“ von Bund und Ländern hatte sich im Dezember lediglich auf unverbindliche Vorschläge und Optionen verständigt. Wichtige Entscheidungen für eine nachhaltige Pflegestruktur- und Finanzierungsreform seien damit weiterhin ungeklärt und müssten „nun endlich getroffen werden“, heißt es in der Pressemitteilung der AOK. Neben der Weiterentwicklung des Pflegeangebotes brauche es dringend eine Lösung für das wachsende Finanzdefizit. Dieses liege 2026 bereits bei 3,2 Milliarden Euro und könne 2027 noch deutlich steigen.

Regionale Projekte als Entscheidungshilfe

Als „Entscheidungshilfe für Politik und Praxis“ präsentiert die AOK-Gemeinschaft die bundesweite Initiative „Pflege vor Ort – für ein pflegefreundliches Deutschland„. Vorgestellt werden Projekte aus den Regionen, mit denen konkrete Probleme in der Pflege aufgegriffen und erfolgreich gelöst worden seien.

Kernstück ist ein neuer Bereich im Online-Portal für Presse und Politik der AOK. Dort werden Initiativen gebündelt, die von der Unterstützung pflegender Angehöriger über Präventionsangebote und sektorübergreifende Rehabilitationspflege bis hin zu niedrigschwelliger Nachbarschaftshilfe reichen. Der Webbereich soll fortlaufend ergänzt werden.

Projekt SARAH aus Baden-Württemberg

Aus Baden-Württemberg wird zunächst das Projekt SARAH vorgestellt. Ziel ist eine bessere kommunale Strukturplanung in der Pflege mithilfe von AOK-Routinedaten. Im Mittelpunkt steht die Frage, „welche und wie viele Pflegeangebote eine Kommune benötigt“. Bislang sei dies oft nur mit hohem Aufwand zu klären, weil verlässliche Daten fehlten.

Die AOK Baden-Württemberg unterstützte mit eigenen Daten das vom Land bis Ende 2024 geförderte Projekt SAHRA und stellt Kommunen weiterhin aktualisierte Daten zur Verfügung. Projekte wie SARAH zeigten, dass es regional bereits „sehr gute Lösungsansätze“ für drängende Probleme der Sozialen Pflegeversicherung gebe. Pflege finde vor Ort statt, mit unterschiedlichen Rahmenbedingungen. Deshalb sei es wichtig, Ländern, Kommunen sowie Kranken- und Pflegekassen mehr Gestaltungsspielraum zu geben.

Mit Blick auf die Landtagswahl am 8. März 2026 fordert die AOK Baden-Württemberg zudem mehr Investitionen in die Pflegeinfrastruktur. Das Land müsse stärker in den Ausbau investieren, damit genügend Angebote entstünden und Pflegebedürftige sowie Angehörige spürbar entlastet würden.