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Liga Baden-Württemberg fordert politische Priorität für soziale Daseinsvorsorge
Die Liga der freien Wohlfahrtspflege Baden-Württemberg warnt vor Kürzungen bei sozialen Leistungen. Vor der Landtagswahl startet der Verband die Kampagne „Soziales ist Zukunft“.
Die Liga der freien Wohlfahrtspflege Baden-Württemberg hat bei einer Landespressekonferenz die Kampagne „Soziales ist Zukunft“ vorgestellt. Der Dachverband der Wohlfahrtspflege kritisiert aktuelle politische Entwicklungen bei der Planung von Sozialhaushalten und fordert eine stärkere Berücksichtigung sozialer Themen im Landtagswahlkampf.
Kritik am Begriff des sozialen Goldstandards
„Wenn Pflege, Kitas, Beratung oder Unterstützung für Menschen mit Behinderungen infrage gestellt werden, dann geht es nicht um abstrakte Haushaltszahlen – es geht um Menschen und um ihre Lebensqualität“, sagte die Liga-Vorstandsvorsitzende Beatrix Vogt-Wuchter. Die Wohlfahrtsverbände kritisieren das Narrativ eines sozialen Goldstandards in Baden-Württemberg und in der Bundespolitik. „Soziale Leistungen sind keine freiwilligen Extras, sondern Ausdruck staatlicher Verantwortung füreinander“, so Vogt-Wuchter.
Viele soziale Angebote gerieten zunehmend unter Druck: fehlende Pflegeplätze, unzureichende Kinderbetreuung, lange Wartezeiten auf Beratungs- und Therapieangebote oder Engpässe bei Assistenzleistungen.
Sozialwirtschaft als Wirtschaftsfaktor
„Die Sozial- und Gesundheitswirtschaft ist nicht nur gesellschaftlich, sondern auch wirtschaftlich von zentraler Bedeutung“, betonte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Marco Lang. Rund 845.000 Menschen arbeiten in Baden-Württemberg in diesem Bereich – etwa jede achte erwerbstätige Person. Die Hälfte davon sei in den Strukturen der Liga-Verbände beschäftigt. Während andere Branchen Stellen abbauten, wachse der soziale Sektor seit Jahren kontinuierlich.
Kampagne vor der Landtagswahl
Mit der Kampagne will die Liga-BW die Bedeutung des Sozialen stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken. „Über 417.000 Beschäftigte und 155.000 Ehrenamtliche tragen täglich Verantwortung für soziale Daseinsvorsorge in Baden-Württemberg“, erklärte die geschäftsführende Vorständin Manuela Mayer. „Soziale Daseinsvorsorge ist kein Kostenfaktor, den man je nach Kassenlage kürzen kann“, so Vogt-Wuchter. „Sie ist das Fundament einer solidarischen, demokratischen Gesellschaft.“
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