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Pflegeversicherung vor dem Umbau: SPD will private und gesetzliche Kassen zusammenführen

Mit dem Leitmotiv „Zusammen ist unsere Stärke“ hat die SPD‑Bundestagsfraktion zur Jahresauftaktklausur im Januar 2026 ein umfassendes Beschlusspapier vorgelegt, das Wirtschaft, Sozialstaat und internationale Politik gleichermaßen in den Blick nimmt. Neben Fragen von Wachstum, Investitionen und Sicherheit spielt darin auch die Pflege eine wichtige Rolle.

Pflegeszene
Die SPD-Bundestagsfraktion will die Pflege stärker an den Lebenswirklichkeiten der Menschen ausrichten. Foto: AdobeStock/Halfpoint

Die SPD-Bundestagsfraktion will die Pflege in Deutschland grundlegend reformieren und stärker an den Lebenswirklichkeiten der Menschen ausrichten. In einem Beschlusspapier zur Jahresauftaktklausur im Januar 2026 kündigt die Fraktion eine umfassende Pflegereform an, die Pflegebedürftige ebenso wie pflegende Angehörige, Ehrenamtliche und professionelle Dienste entlasten soll.

Die SPD verortet Pflege ausdrücklich im Kern eines modernen und vertrauenswürdigen Sozialstaats. Pflege finde vor allem zu Hause statt – in Familien, Nachbarschaften und im Quartier – und müsse daher stärker an den Lebenswirklichkeiten der Menschen ausgerichtet werden, heißt es in dem Papier. Vorgesehen ist eine große Pflegereform auf Basis der Ergebnisse der Bund‑Länder‑Arbeitsgruppe „Zukunftspakt Pflege“. Sie soll Pflegebedürftige ebenso wie pflegende Angehörige, Ehrenamtliche und professionelle Dienste entlasten, Unterstützungsangebote im Wohnumfeld stärken und den Zugang zu Leistungen vereinfachen.

Zugleich will die SPD die Finanzierung der Pflege solidarischer aufstellen. Dafür soll die private und die gesetzliche Pflegeversicherung zu einem gemeinsamen System zusammengeführt werden. Ziel ist es, die Pflege finanziell zu stabilisieren und langfristig abzusichern.

Eingebettet ist die Pflegereform in einen breiteren Umbau des Sozialstaats. Die SPD kündigt an, Herausforderungen im Gesundheits- und Pflegesystem nicht mit Leistungskürzungen zu beantworten, sondern mit strukturellen Reformen, weniger Bürokratie und besserer Koordination. Der Sozialstaat soll im Alltag spürbar entlasten und Vertrauen schaffen.

Das Papier macht deutlich, dass Pflege aus Sicht der SPD kein Randthema ist, sondern Teil eines Gesamtansatzes für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wie mit Menschen umgegangen werde, die auf Unterstützung angewiesen sind, und mit denen, die täglich Pflege leisten, sei ein Maßstab für Solidarität – und damit für die Stärke der Gesellschaft insgesamt.