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Caritasverband Bocholt stellt sich mit Eigenverwaltung neu auf

Der Caritasverband Bocholt ringt mit den Folgen steigender Kosten und beantragt ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Der Betrieb läuft weiter – jetzt soll eine umfassende Restrukturierung den Fortbestand sichern.

Rettungsring Insolvenz
Der Caritasverband Bocholt ringt mit den Folgen steigender Kosten und beantragt ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Foto: AdobeStock/ Romolo Tavani

Der Caritasverband für das Dekanat Bocholt (CV Bocholt) hat beim Amtsgericht Münster ein vorläufiges Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Grund sind steigende Sach-, Personal- und Energiekosten, während die Kostensätze von Kommunen, Land, Bund und Krankenkassen nicht im gleichen Tempo erhöht werden.

In den vergangenen Monaten habe der Verband bereits Sanierungsschritte eingeleitet, diese seien jedoch nicht schnell genug umsetzbar gewesen. Ziel des Verfahrens sei es nun, die Krise zu überwinden und den langfristigen Fortbestand des Vereins zu sichern, sagte Vorstandsvorsitzende Claudia Soggeberg. Die Einrichtungen des Verbandes sollen während des Verfahrens uneingeschränkt weiterarbeiten.

Unterstützt wird der Verband vom Bocholter Sanierungsexperten Markus Freitag von der Kanzlei AndresPartner. Er soll gemeinsam mit dem Vorstand die Restrukturierung umsetzen. Zur vorläufigen Sachwalterin bestellte das Gericht Rechtsanwältin Ria Brüninghoff von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH, die den Prozess überwacht und die Interessen der Gläubiger wahrt.

Die 904 Mitarbeitenden, darunter 41 Auszubildende, seien über die Lage informiert worden. Ihre Gehälter sind über Insolvenzgeld der Arbeitsagentur für drei Monate gesichert. Andere Caritas-Organisationen sowie die Tochtergesellschaft GutGrün gGmbH sind von dem Verfahren nicht betroffen.