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Seniorenwohnen in Deutschland: 400.000 Einheiten fehlen

Der Markt für altersgerechtes Wohnen in Deutschland steht vor einem massiven Versorgungsengpass. Laut Branchenexperten fehlen rund 400.000 Wohneinheiten, insbesondere im Servicewohnen. Nur etwa acht Prozent der über 65-Jährigen verfügen derzeit über ein adäquates Wohn- und Betreuungsangebot. Eine ausreichende Versorgung würde mindestens zehn Prozent erfordern, erklärte Jochen Zeeh, Geschäftsführer von IMMOTISS, auf einer Pressekonferenz zum Thema „Investieren in den demografischen Wandel“.

Michael Eisenmann
Laut Michael Eisenmann (Real Blue) steht Deutschland „am Beginn einer grundlegenden Neudefinition des Wohnens im Alter“. Foto: Tom Maurer Fotographie

Bereits heute beschäftigen sich rund 15 Millionen Menschen täglich mit Pflege – sechs Millionen sind pflegebedürftig, acht Millionen pflegen Angehörige, 1,4 Millionen arbeiten in der Pflege. Diese Zahlen steigen weiter.

Die kommenden Seniorengenerationen bleiben länger aktiv, sind digital-affin und suchen Wohnformen mit Selbstständigkeit, Service und Gemeinschaft.
„Die ältere Generation von morgen lässt sich nicht mehr mit klassischen Pflegeangeboten abholen“, betont Svetoslav Markov, Geschäftsführer der Humanika-Gruppe. Gefragt seien flexible Wohnmodelle mit digitalen Unterstützungssystemen und maßgeschneiderten Serviceleistungen.

Laut Michael Eisenmann (Real Blue) steht Deutschland „am Beginn einer grundlegenden Neudefinition des Wohnens im Alter“. Das sei gesellschaftliche Aufgabe und zugleich Investitionschance.

Wachsende Bedeutung für Investoren

Institutionelle Investoren erkennen das Potenzial: Serviceorientierte Wohnformen gewinnen in der Asset-Allokation an Bedeutung. Der demografische Megatrend mache das Segment resilient und systemrelevant. Entscheidend seien professionelles Management und erfahrene Betreiber, so Eisenmann.

Auch Prof. Dr. Henric Hahr (Real Blue) erwartet, dass Senior-Living-Immobilien künftig einen größeren Anteil an Immobilienportfolios haben werden – insbesondere durch die Transformation von Büro- und Einzelhandelsflächen.

Digitale Assistenzsysteme, intelligente Gebäudetechnik und Plattformlösungen erhöhen Sicherheit, Effizienz und Lebensqualität. „Digitale Systeme erkennen Verhaltensmuster, melden Gefahrensituationen früh und senken Betriebskosten“, erklärt Markov.

Um das Angebot auszubauen, fordern die Experten schnellere Genehmigungen, fördernde KfW-Programme, eine klare rechtliche Definition neuer Wohnformen sowie mehr Fokus auf Prävention, um Pflegebedürftigkeit hinauszuzögern.