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Brandenburg führt sozialpädagogische Begleitung an Gesundheits- und Pflegeschulen ein

Ab 1. Januar schafft Brandenburg die rechtliche Grundlage für eine dauerhafte sozialpädagogische Begleitung an Schulen der Gesundheits- und Pflegeberufe. Ab 2026 sollen alle Auszubildenden in diesen Bereichen professionelle Unterstützung erhalten – um die bislang hohe Abbrecherquote von rund einem Drittel zu senken. Bisher war das Angebot auf die Altenpflegehilfe beschränkt.

Die Pflege-Auszubildenden sind meist hochmotiviert seien, die Anforderungen an die Ausbildung jedoch hoch und die Praxiseinsätze sehr fordernd. Foto: Adobe Stock/Gerhard Seybert

Die brandenburgische Landesregierung schafft zum 1. Januar 2026 die rechtliche Grundlage für eine dauerhafte sozialpädagogische Begleitung an Schulen der Gesundheits- und Pflegeberufe. Die entsprechende Änderung der Verordnung über die staatliche Anerkennung von Schulen für Gesundheitsberufe wurde jetzt im Gesetz- und Verordnungsblatt veröffentlicht, wie das Gesundheits- und Sozialministerium mitteilt.

Bisher gab es diese unterstützende Maßnahme laut Ministerium nur für Auszubildende in der Altenpflegehilfe. Mit der neuen Regelung können die Schulen jeweils für bis zu 120 Schülerinnen und Schüler eine Vollzeitstelle zur sozialpädagogischen Begleitung und Beratung einrichten. Teilzeitbeschäftigungen sollen ebenfalls möglich sein.

Hohe Abbrecherquote als Ausgangsproblem

Die Notwendigkeit der Maßnahme begründet sich durch die aktuelle Abbrecherquote: Im Ausbildungsjahr 2023/2024 lag die Zahl der Personen, die ihre Ausbildung abbrachen oder in eine andere Ausbildung der Gesundheitsfachberufe beziehungsweise zu einem anderen Träger wechselten, bei knapp einem Drittel, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg ermittelte.

Gesundheits- und Sozialministerin Britta Müller erklärt, dass die Auszubildenden meist hochmotiviert seien, die Anforderungen an die Ausbildung jedoch hoch und die Praxiseinsätze sehr fordernd seien. Die qualifizierten Fachkräfte sollen in solchen Situationen bereitstehen, um Auszubildende zu helfen, sie zu begleiten und neu zu motivieren, so die Ministerin laut Mitteilung.

Deutlicher Anstieg der Auszubildendenzahlen

Die Zahl der Auszubildenden in der Gesundheits- und Pflegebranche hat sich nach Angaben des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg in den letzten 25 Jahren in Brandenburg nahezu verdoppelt. Während es im Ausbildungsjahr 2000/2001 noch 3.147 Auszubildende gab, waren es 2024/2025 insgesamt 6.210.

Den größten Anteil machten mit 4.492 Personen Auszubildende in Pflegeberufen aus. 1.690 Personen durchliefen eine Ausbildung in weiteren Gesundheitsfachberufen, beispielsweise zur Ergotherapeutin oder zum Ergotherapeuten, zur Notfallsanitäterin oder zum Notfallsanitäter oder in der medizinischen Technologie für Radiologie beziehungsweise Laboratoriumsanalytik. Mit der Umsetzung der neuen Verordnung setzt die Landesregierung nach eigenen Angaben eine Vereinbarung des Koalitionsvertrags um.

Link zur Verordnung