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Pflegeausbildung bleibt größter Ausbildungsberuf – Einwanderung wird zum Schlüsselfaktor

Die Ausbildung zur Pflegefachkraft ist der mit Abstand größte Ausbildungsberuf in Deutschland und spielt eine entscheidende Rolle im Kampf gegen den Fachkräftemangel. Eine wachsende Bedeutung kommt dabei der Zuwanderung zu, wie aus dem neuen „Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2025“ des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) hervorgeht. Zugewanderte stoßen bei Ausbildung und Anerkennung ihrer Abschlüsse jedoch weiterhin auf erhebliche Hürden.

Die Ausbildung zur Pflegefachkraft ist der mit Abstand größte Ausbildungsberuf in Deutschland und spielt eine entscheidende Rolle im Kampf gegen den Fachkräftemangel. Foto: Adobe Stock/Gerhard Seybert

Laut dem Bericht wurden 2023 rund 54.000 neue Ausbildungsverträge zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann abgeschlossen. Damit liegt der Beruf, der seit 2020 im Rahmen des Pflegeberufegesetzes generalistisch ausgebildet wird, an der Spitze aller vollqualifizierenden Ausbildungen in Deutschland. Der Trend ist weiter steigend: Für 2024 wurden bereits rund 59.500 neue Verträge gemeldet.

Hohe Bedeutung von Zuwanderung für den Pflegesektor

Die Analyse zeigt, dass fast die Hälfte (49,8 Prozent) der ausbildenden Pflegeeinrichtungen bereits Erfahrungen mit eingewanderten Auszubildenden hat. Besonders Krankenhäuser setzen mit einem Anteil von 75,5 Prozent stark auf diese Gruppe. Als größte Herausforderungen nennen die Betriebe unzureichende Sprachkenntnisse (75,9 Prozent) und bürokratische Hürden bei Visa oder Aufenthaltserlaubnis (74,9 Prozent).

Auch bei den bereits qualifizierten Fachkräften ist die Zuwanderung ein entscheidender Faktor. Seit 2012 wurden rund 62.600 im Ausland erworbene Berufsqualifikationen als Pflegefachkraft anerkannt. Zwei Drittel dieser Abschlüsse stammen mittlerweile aus Drittstaaten außerhalb der EU. Die meisten Anerkennungen entfielen auf Fachkräfte von den Philippinen (13,6 Prozent) und aus Rumänien (11,2 Prozent).

Anerkennung ausländischer Abschlüsse als Nadelöhr

Der Weg zur vollen beruflichen Anerkennung in Deutschland ist für viele zugewanderte Pflegekräfte mit Hürden verbunden. Insbesondere bei Qualifikationen aus Drittstaaten wird häufig eine sogenannte Ausgleichsmaßnahme, wie eine zusätzliche Prüfung oder ein Anpassungslehrgang, zur Auflage gemacht. Im Jahr 2023 war dies bei rund 16.500 Anerkennungsverfahren der Fall. Laut BIBB-Report stellt dies ein Nadelöhr dar, da ein Teil der Antragstellenden das Verfahren nach einem solchen Bescheid nicht weiterverfolgt.

Die Pflegeausbildung bleibt mit einem Frauenanteil von 74 Prozent stark weiblich geprägt. Das Durchschnittsalter der Anfänger ist mit 24 Jahren vergleichsweise hoch. Der Bericht macht deutlich, dass die erfolgreiche Integration von Zugewanderten durch den Abbau von sprachlichen und bürokratischen Hürden entscheidend ist, um das große Potenzial für den deutschen Pflegesektor voll auszuschöpfen.

Hier geht es zum BIBB Datenreport