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Fünf Jahre Generalistik: Schwesternschaft München zieht positive Bilanz

Fünf Jahre nach Einführung der generalistischen Pflegeausbildung ziehen die Schulleitungen der Schwesternschaft München vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK) ein positives Fazit. An ihren Berufsfachschulen in München, Lindenberg, Erding und Würzburg seien inzwischen zahlreiche Pflegefachfrauen und -männer erfolgreich ausgebildet worden, teilte der Verband am Dienstag mit.

Schulleiterin Margit Schmid (2.v.l.) und ihr Stellvertreter Frank Wiesemann ziehen eine positive Bilanz seit Einführung der generalistischen Pflegeausbildung von fünf Jahren. Foto: Schwesternschaft München/ Sylvia Willax

Die Vorstandsvorsitzende der Schwesternschaft, Caroline Vogt, sprach von einer „erfolgreichen Weiterentwicklung“ der Pflegeausbildung. Die Kombination aus Gesundheits-, Kinderkranken- und Altenpflege biete den Auszubildenden mehr Flexibilität und eröffne vielfältige Karrierewege. Gleichzeitig mahnte Vogt bessere Rahmenbedingungen im gesamten Pflegebereich an: weniger Bürokratie, mehr Eigenverantwortung und mehr Möglichkeiten, gerade bei der Versorgung chronisch kranker Menschen selbstständig tätig zu werden.

„Durch die Generalistik haben die Auszubildenden erstmals die Möglichkeit, alle Pflegebereiche kennenzulernen – von der stationären Altenpflege bis zur Kinderkrankenpflege“, sagte Isabella Zipper, Leiterin der Berufsfachschule für Pflege in Lindenberg. Diese Vielfalt ermögliche einen breiten fachlichen Überblick, erhöhe aber zugleich die Anforderungen in der Theorie und in der Praxis. Eine enge Verzahnung der Lernorte sei dafür entscheidend. „Gerade in der Altenpflege wird deutlich, wie wichtig es ist, komplexe Inhalte im Praxiseinsatz gezielt zu vertiefen“, so Zipper.

Auch Schulleiterin Margit Schmid von der Berufsfachschule in München zeigte sich zufrieden. „Heute sind wir stolz, eine sehr gute Ausbildung zur Pflegefachfrau und zum Pflegefachmann anbieten zu können“, sagte sie. Seit 2020 habe die Schule acht Klassen erfolgreich abgeschlossen.

Die Erfahrungen der ersten Absolventinnen und Absolventen fallen laut Mitteilung gemischt, aber insgesamt positiv aus. Pflegefachfrau Sarah Baumgartner, eine der ersten Münchner Generalistik-Absolventinnen, arbeitet seit 2023 auf einer hämato-onkologischen Station. Sie habe in der Ausbildung vielfältige Praxiseinsätze absolviert, merke aber Unterschiede zu Kolleginnen und Kollegen früherer Ausbildungsgänge mit stärkerer Spezialisierung. „Ich habe während meiner Ausbildung tolle Praxiseinsätze gehabt. Allerdings merke ich einen Unterschied zu meinen Kolleg:innen, die vor der Einführung der Generalistik die Krankenpflegeausbildung absolviert haben. Sie haben eine spezialisierte Expertise, die ich mir teilweise jetzt erst aneignen muss“, sagte sie.

Die Schulleitungen in Erding und Würzburg – Michael Nauen und Pia Donnert-Brehm – sehen ebenfalls Vorteile. Durch die Zusammenführung der drei bisherigen Ausbildungsgänge sei ein modernes Berufsbild entstanden, das den komplexen Anforderungen des Gesundheitswesens besser gerecht werde. Besonders die Vielzahl an Praxiseinsätzen – in Kliniken, in der ambulanten Pflege und in Altenheimen – erfordere jedoch eine sorgfältige Planung. „Dank unserer zahlreichen Kooperationspartner und der speziell ausgebildeten Praxisanleitenden in den Einsatzfeldern gelingt das sehr gut“, so Donnert-Brehm.

Nach Angaben der Schwesternschaft zeichnet sich zudem ein leichter Aufwärtstrend bei den Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz ab. „Der Pflegeberuf ist interessant, bietet vielseitige Entwicklungsmöglichkeiten und gibt einem viel zurück“, sagte Donnert-Brehm.

Mit Blick auf die Zukunft kündigte die Schwesternschaft München an, ab 2027 auch die neue Ausbildung zur generalistischen Pflegefachassistenz anbieten zu wollen. Damit reagiere man auf die geplante Reform der bisherigen einjährigen Pflegehilfeausbildung. „Wir begrüßen die Verlängerung auf 18 Monate und die bundeseinheitliche Ausrichtung“, erklärte Vogt. Die Schwesternschaft zählt mit sechs Pflegeschulen an vier Standorten zu den größten Ausbildungsträgern im süddeutschen Gesundheitswesen.