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Gegen den Verlust wertvollen Wissens

An der Hochschule Hannover ist ein Sammelband erschienen, der ausgewählte Qualifikationsarbeiten von Studierenden der Abteilung Pflege und Gesundheit versammelt. Das Werk trägt den Titel „Pflege und Gesundheit: Wissen teilen – Zukunft gestalten“ und ist als Open-Access-Publikation kostenfrei verfügbar. Ein Thema darunter ist die Versorgung älterer nicht-heterosexueller Menschen in der stationären Langzeitpflege.

Die Beiträge im Sammelband decken ein breites Spektrum aktueller Fragestellungen ab. Die Beiträge im Sammelband decken ein breites Spektrum aktueller Fragestellungen ab.

Laut Prof. Dr. Nina Fleischmann, Professorin für Pflegewissenschaft an der Hochschule Hannover, ist der Transfer von Wissen in die Praxis ein entscheidender Schritt, um Veränderungen anzustoßen und die Qualität in allen Bereichen zu verbessern. Die Pflege- und Gesundheitswissenschaften stünden vor komplexen Herausforderungen – sowohl in der direkten Versorgung als auch in den strukturellen Rahmenbedingungen des Gesundheitssystems.

Die Herausgeber:innen sehen ein strukturelles Problem: Studierende beschäftigen sich in ihren Projekten und Abschlussarbeiten mit zukunftsrelevanten Themen, doch viele Erkenntnisse gehen nach Studienende verloren. Der Sammelband soll die Leistungen der Studierenden sichtbar machen und zum Erhalt wertvollen Wissens beitragen. Das Werk entstand als Gemeinschaftsprojekt mit den Studierenden und ist ohne Zugangsbeschränkung online verfügbar.

Breites Themenspektrum: Von Psychiatrie bis Nachhaltigkeit

Die Beiträge im Sammelband decken laut Hochschule ein breites Spektrum aktueller Fragestellungen ab – unter anderem:

  • Psychiatrische Versorgung von Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung
  • Physiotherapeutische Betreuung von Patient:innen mit Post-Covid-Syndrom
  • Versorgung älterer nicht-heterosexueller Menschen in der stationären Langzeitpflege
  • Ökologische Nachhaltigkeit im Krankenhaus

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Arbeitsbedingungen in der Pflege. Untersucht werden etwa der Umgang mit sexueller Gewalt gegenüber Pflegenden oder der Stress bei Auszubildenden.
Auch die Pflegebildung wird thematisiert, z. B. simulationsbasiertes Lernen, Praxisbegleitung oder sprachliche Herausforderungen für Auszubildende mit Migrationshintergrund.

„Die Auseinandersetzung unserer Studierenden mit diesen komplexen Fragen leistet einen wichtigen Beitrag, um Pflege zukunftsfähig zu gestalten“, sagt Lutz Schütze. Die Themenvielfalt zeige, wie differenziert und sensibel die Studierenden die Herausforderungen der Pflegepraxis angehen.

Ein besonderer Dank gilt Prof. Dr. Mathias Bonse-Rohmann, der als Studiendekan den ersten Impuls für das Projekt gab und im vergangenen Jahr verstorben ist.

Der Sammelband ist unter serwiss.bib.hs-hannover.de als Open Access erhältlich – oder als Print-on-Demand über den Buchhandel.