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Niedersachsen startet Programm für innovative Pflegeprojekte im Quartier

Das Land hat eine neue Förderrichtlinie für „Gemeinsame Modellvorhaben“ gestartet, um innovative Pflegeprojekte in den Kommunen zu unterstützen. Diese Projekte sollen die Lebensqualität von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen durch die Stärkung von Quartiers- und Dorfgemeinschaften verbessern.

Staatssekretärin Dr. Christine Arbogast
„Wir wollen, dass Menschen mit Pflegebedarf ihren Lebensmittelpunkt auch in der Mitte des gewohnten sozialen Umfelds haben können“, so Dr. Christine Arbogast, Staatssekretärin im Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung. Foto: ms/spata

„Die Lebenssituation von Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen ist in hohem Maße davon abhängig, dass soziale Netzwerke gut funktionieren sowie geeignete Unterstützung und Beratung angeboten werden“, erklärt Staatssekretärin Dr. Christine Arbogast. Das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung will erreichen, dass Menschen mit Pflegebedarf ihren Lebensmittelpunkt in der Mitte ihres gewohnten sozialen Umfelds behalten können.

Die Förderung zielt darauf ab, verschiedene Akteure in den Kommunen zu vernetzen und das Versorgungsumfeld von pflegebedürftigen Menschen weiterzuentwickeln. Alle geförderten Projekte werden wissenschaftlich begleitet, um deren Wirksamkeit zu bewerten und eine mögliche Übernahme in die Regelversorgung zu prüfen.

Vier Millionen Euro jährlich für Pflegeinnovationen

Das Finanzierungsvolumen des Programms beläuft sich auf vier Millionen Euro jährlich. Laut der Pressemitteilung stellt das Land Niedersachsen ab 2026 mehr als zwei Millionen Euro pro Jahr bereit, vorbehaltlich des Beschlusses durch den Haushaltsgesetzgeber. Die Pflegeversicherung trägt Mittel in gleicher Höhe bei.

Die niedersächsische Förderrichtlinie orientiert sich an den Empfehlungen des Spitzenverbands der Gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung, die zwischen Bund, Ländern und Pflegeversicherungen abgestimmt wurden. Das Programm ist Teil der Konzertierten Aktion Pflege Niedersachsen.

Interessierte Projektträger können sich laut dem Ministerium ab sofort über den Antragsprozess auf den Webseiten des Niedersächsischen Landesamts für Soziales, Jugend und Familie informieren. Kommunale Projektträger haben zusätzlich die Möglichkeit, kostenlose Beratung durch das niedersächsische Projektbüro Komm.Care zur Konzeption und Weiterentwicklung ihrer Projektideen zu erhalten.

Fokus auf lokale Versorgungsstrukturen

Die Förderrichtlinie nach § 123 SGB XI setzt auf quartiersbezogene Ansätze. „Passende Unterstützung muss dann verfügbar sein, wenn sie für den Erhalt der selbstständigen Lebensführung notwendig ist“, betont Staatssekretärin Dr. Arbogast. Dies müsse vor allem vor Ort – im Quartier, Kiez, Dorf oder Stadtteil – geschehen.

Das Ministerium hebt hervor, dass neben den Pflegebedürftigen auch die Einbindung ihrer Angehörigen wichtig sei. Die Modellvorhaben sollen innovative Ansätze entwickeln, um die unterschiedlichsten Akteure in die Versorgung einzubeziehen und soziale Netzwerke zu stärken.