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Bayern startet Pflege-Innovationscluster mit 4,4 Millionen Euro

Gesundheitsministerin Gerlach übergibt Förderscheck für vierjähriges Projekt zur Digitalisierung und Vernetzung der Pflege. Das Zentrum für Telemedizin soll ein Innovationsökosystem aufbauen.

Judith Gerlach
„Ziel des Kompetenzclusters innovative Pflege ist, Pflege neu zu denken – vernetzt, digital unterstützt und zugleich menschlich", betont Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach den integrativen Ansatz des Projektes. Foto: Susie Knoll © Stimmkreisbüro Judith Gerlach

Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach hat am Freitag in Bad Kissingen den offiziellen Startschuss für das Kompetenzcluster innovative Pflege (KiPf) gegeben. Das Zentrum für Telemedizin (ZTM) erhält dafür eine Förderung von rund 4,4 Millionen Euro. Das neue Cluster soll als zentraler Baustein der HighCare Agenda die Pflege in Bayern zukunftsfähig gestalten.

„Heute beginnen wir gemeinsam etwas Großes, das über die gewöhnlichen Projekte und Pilotphasen hinausgeht“, erklärte Gerlach laut Mitteilung bei der Scheckübergabe. Mit dem KiPf wolle der Freistaat ein Innovationsökosystem schaffen, das alle Akteure aus Pflegepraxis, Pflegewissenschaft, Pflegewirtschaft und Gesellschaft zusammenbringe.

Das Kompetenzcluster soll laut Ministerium die Entwicklung, Vernetzung und Umsetzung innovativer Pflegekonzepte in Bayern vorantreiben. In den kommenden vier Jahren wird das Projekt vom ZTM aufgebaut und betrieben.

Zehn Fachforen als Ideenschmieden geplant

Die Struktur des KiPf umfasst eine zentrale Geschäftsstelle beim ZTM sowie zehn Fachforen. Diese Foren sollen laut Gerlach als „Ideenschmieden und Realitätschecks“ fungieren, in denen Fachleute aus verschiedenen Bereichen gemeinsam Maßnahmenpläne entwickeln. Beteiligt sind Experten aus Pflegepraxis, Forschung, Bildung und Technik.

Das KiPf konzentriert sich auf drei Kernaufgaben: Wissenstransfer, Infrastruktur und Vernetzung. Ziel sei es, Innovationen schneller in den Pflegealltag zu bringen, so das Ministerium. „Das Kompetenzcluster bringt zusammen, was bisher oft nebeneinanderstand: Pflegepraxis, Pflegewissenschaft und Pflegewirtschaft“, erläuterte die Ministerin.

Konkret soll das Cluster Pflegeanbieter bei der Verbesserung ihrer digitalen Infrastruktur und bei der Einführung moderner Technologien unterstützen. Geplant sind praxisnahe Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie Roadshows und mobile Pflege-Labs, um Pflegeinnovationen sichtbar und erlebbar zu machen.

Digitale Unterstützung bei menschlicher Zuwendung

Die Ministerin betonte den integrativen Ansatz des Projekts. „Ziel des Kompetenzclusters innovative Pflege ist, Pflege neu zu denken – vernetzt, digital unterstützt und zugleich menschlich“, sagte Gerlach laut Mitteilung. Pflege brauche menschliche Zuwendung, aber Technik könne Menschen entlasten, schützen und vernetzen.

Das KiPf verfolgt laut Ministerium eine „sowohl als auch“-Philosophie statt eines „entweder oder“-Ansatzes. Ambulante und stationäre Versorgung seien keine Konkurrenten, sondern ergänzten sich. Auch pflegende An- und Zugehörige seien keine Lückenfüller, sondern trügen das System genauso mit. „All das gehört zusammen, und genau diese Verbindung schafft das Kompetenzcluster innovative Pflege“, so Gerlach.