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Heimkosten in München steigen weiter – mehr Bewohner auf Sozialhilfe angewiesen

Die finanzielle Belastung für Bewohner vollstationärer Pflegeeinrichtungen in München hat sich weiter verschärft. Laut dem 15. Marktbericht Pflege des Sozialreferats stieg der Eigenanteil im ersten Aufenthaltsjahr bis Dezember 2024 auf 3.592,75 Euro im Median – ein Anstieg von knapp 170 Euro gegenüber dem Vorjahr.

Frau schiebt Patientin im Rollstuhl über einen Flur im Krankenhaus oder Pflegeheim.
Das Angebot an vollstationären Pflegeplätzen in München ging um 2 Prozent auf 7.633 Plätze zurück. Foto: AdoebStock/klick61

Diese Kostensteigerung führt dazu, dass immer mehr Bewohner auf staatliche Unterstützung angewiesen sind. Ende 2024 bezogen bereits 37,5 Prozent der Bewohner „Hilfe zur Pflege“ nach dem Sozialgesetzbuch XII, verglichen mit 35 Prozent im Jahr 2023. Bürgermeisterin Verena Dietl bezeichnete Pflege als „Armutsrisiko“ und prognostizierte weitere Kostensteigerungen.

Das seit Januar 2024 geltende Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz hat laut Dietl nicht zu einer nachhaltigen Reduzierung der Eigenanteile geführt. Sie forderte eine umfassende Pflegereform und setzte Hoffnungen in die im Juli 2025 gestartete Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Pflegereform, die bis Jahresende Vorschläge für eine zukunftssichere Finanzierung vorlegen soll.

„Eine für Pflegebedürftige bezahlbare, für Träger finanziell auskömmliche sowie eine grundsätzlich ausreichende pflegerische Infrastruktur kann bei einer Beibehaltung der bisherigen Regelungen nicht sichergestellt werden“, erklärte die Bürgermeisterin laut dem Bericht.

Weniger Pflegeplätze bei hoher Nachfrage

Das Angebot an vollstationären Pflegeplätzen in München ging um 2 Prozent auf 7.633 Plätze zurück. Trotz des reduzierten Angebots lag die Auslastungsquote mit 97,1 Prozent weiterhin auf sehr hohem Niveau, was laut Sozialreferat die anhaltend hohe Nachfrage nach vollstationärer Pflege belegt.

Einen positiven Trend verzeichnete hingegen die Tagespflege: Hier wuchs die Anzahl der Plätze um 15,1 Prozent von 482 auf 555. Auch bei den Ausbildungsplätzen gab es Fortschritte: 51 der 54 vollstationären Pflegeeinrichtungen boten insgesamt 872 Ausbildungsplätze an – 13 mehr als im Vorjahr. Die Besetzungsquote stieg von 62,4 auf 66,3 Prozent.

Maßnahmen gegen Fachkräftemangel

Sozialreferentin Dorothee Schiwy bewertete die Entwicklung bei den Ausbildungsplätzen als „gute Nachricht“ vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels. Problematisch bleiben jedoch die vielen vorzeitig beendeten Pflege-Ausbildungen. Das Sozialreferat finanziert seit Januar 2025 Schulsozialarbeit an Münchner Berufsfachschulen für Pflege, um Auszubildende zu stärken und bis zum Berufseinstieg zu begleiten.

Zusätzlich unterstützt das Sozialreferat Träger von Pflegeeinrichtungen mit verschiedenen Programmen, darunter die Förderung von Qualifizierungsmaßnahmen und Supervision. Der Marktbericht untersuchte erstmals auch den Einsatz digitaler Technologien: Computergestützte Dokumentation wird bereits in allen vollstationären Pflegeeinrichtungen und 85,7 Prozent der Tagespflegeeinrichtungen verwendet. Für die Zukunft plant die Branche verstärkten Einsatz von Tablet-gestützter Dokumentation und Pflege-Robotern.