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Pflegeheim-Atlas 2025: Demografie treibt Bedarf – Deutschland stehen große Lücken bevor

Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland steigt rasant. Bis 2040 werden fast 146.000 zusätzliche Pflegeplätze benötigt, vor allem in bevölkerungsstarken Regionen. Der Pflegeheim-Atlas 2025 zeigt: Steigende Kosten, Fachkräftemangel und regionale Unterschiede verschärfen die Lage erheblich.

Weil kaum neue Plätze entstehen, die Nachfrage weiter wächst und die Kosten steigen, bleiben Pflegeimmobilien ein sensibles, aber zugleich unverzichtbares Element der sozialen Infrastruktur. Foto: Adobe Stock/ Tatsiana

Der aktuelle Pflegeheim-Atlas 2025 von Wüest Partner zeichnet ein Bild der Herausforderungen, die in den kommenden Jahren auf die Pflegelandschaft in Deutschland zukommen. Das wichtigste Signal: Die Nachfrage nach Pflegeplätzen wächst massiv – und die bestehenden Strukturen können diesen Bedarf schon heute vielerorts nicht mehr decken.

Immer mehr Pflegebedürftige in Deutschland

Im Jahr 2023 lebten in Deutschland rund 5,7 Millionen Pflegebedürftige, ein Plus von fast 15 Prozent im Vergleich zu 2021. Haupttreiber sind die demografische Entwicklung mit steigender Lebenserwartung und die Pflegereform 2017, die den Kreis der Leistungsberechtigten erweiterte. Entsprechend ist auch die Pflegequote gestiegen: 2023 galten 6,7 Prozent der Gesamtbevölkerung als pflegebedürftig – gegenüber 6,0 Prozent zwei Jahre zuvor. Besonders hoch sind die Quoten in Ostdeutschland, wo Thüringen mit 9,1 Prozent den Spitzenwert verzeichnet.

Stationäre Pflege unter Druck

Gleichzeitig geraten die stationären Pflegeheime zunehmend unter Druck. Zwar ist die Zahl der Einrichtungen zwischen 2021 und 2023 leicht auf 16.505 gestiegen, doch die Zahl der vollstationären Dauerpflegeplätze sank um 0,4 Prozent. Parallel setzt sich der Trend zu kleineren Heimen mit stärkerem Fokus auf Wohnlichkeit fort: Die durchschnittliche Platzzahl pro Heim fiel binnen zwei Jahren von 61,1 auf 59,9. Besonders problematisch wirkt sich der Fachkräftemangel aus. Viele Einrichtungen müssen Aufnahmestopps verhängen, obwohl die Wartelisten anwachsen. Das führt zu einer paradoxen Situation: Obwohl der Bedarf riesig ist, können Plätze nicht belegt werden. Betreiber reagieren laut Analyse mit selektiver Aufnahme und bevorzugen Selbstzahler – eine Belastung für Pflegebedürftige mit geringerem Einkommen.

Ein Drittel der Bewohner:innen bezieht Sozialhilfe

Die finanzielle Lage der Bewohner:innen spitzt sich ebenfalls zu. Der monatliche Eigenanteil lag 2025 bundesweit im Median bereits bei 2.955 Euro und stieg damit in nur zwei Jahren um knapp 500 Euro. Gleichzeitig sind etwa ein Drittel der Heim-Bewohner auf Sozialhilfe angewiesen.

Hoher Zusatzbedarf bis 2040

Die Autor:innen des Pflegeheim-Atlas rechnen bis 2040 mit einem Zusatzbedarf von rund 145.937 Plätzen – das entspricht etwa 1.460 neuen Heimen mit jeweils 100 Betten. Besonders groß ist der Druck in Nordrhein-Westfalen (rund 29.000 zusätzliche Plätze), Bayern (27.000) und Baden-Württemberg (20.000). Während die Nachfrage im Süden und Westen deutlich steigt, erwarten Länder wie Sachsen oder Sachsen-Anhalt aufgrund der Bevölkerungsentwicklung einen vergleichsweise geringen Zuwachs. Reguliert wird die Prognose zudem durch den anhaltenden Rückgang der Heimquote, die zuletzt auf 14,1 Prozent fiel, da ambulante Pflegeangebote gestärkt wurden.

Betreutes Wohnen liegt im Trend

Die Studie weist auch auf die zunehmende Bedeutung neuer Wohnformen hin. Die Nachfrage nach Betreutem Wohnen wächst demnach, gleichzeitig lässt sich seit Jahren ein Anstieg des Alters bei Einzug in eine derartige Einrichtung beobachten. Die Entscheidung für einen Umzug in ein Betreutes Wohnen fällt Senior:innen laut Analyse oft schwer und wird immer wieder verschoben.

Die vollständige Analyse können Sie hier herunterladen.