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87 Prozent Zufriedenheit: Pflegeberatung legt deutlich zu
Die Zufriedenheit mit der Pflegeberatung der Pflegekassen ist deutlich gestiegen: Laut Evaluation bewerten rund 87 Prozent der Versicherten das Angebot positiv. Gleichzeitig zeigt der Bericht, dass viele Patient:innen das Angebot noch nicht kennen und digitale Formate kaum genutzt werden.
Die Zufriedenheit mit der Pflegeberatung der Pflegekassen ist im Vergleich zu 2023 um fast fünf Prozent gestiegen. Das geht aus einer Evaluation des IGES-Instituts im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes hervor. Demnach werde die Beratung „als neutral und fachlich kompetent wahrgenommen“ und biete ein „verlässliches und qualitativ hochwertiges Beratungsangebot“.
Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes, bewertet die Ergebnisse positiv: „Das gute Zeugnis für die hohe Qualität und Fachlichkeit der Pflegeberatung ist erfreulich.“ Zugleich betont er Handlungsbedarf: „Menschen, die Beratung brauchen, müssen leichter wissen, wo genau sie diese Unterstützung der Pflegekassen bekommen.“
Persönliche Beratung wieder stärker gefragt
Nach den pandemiebedingten Einschränkungen gewinnt die Beratung in der eigenen Häuslichkeit wieder an Bedeutung. Gleichzeitig bleibt die telefonische Beratung mit 43 Prozent ein zentraler Bestandteil. Videoberatungen hingegen spielen bislang kaum eine Rolle: Obwohl über ein Viertel der Beratungsstellen entsprechende Angebote macht, liegt die Nutzung bei unter einem Prozent.
Bekanntheit weiter ausbaufähig
Trotz grundsätzlich vorhandener Information durch die Pflegekassen kennt rund ein Drittel der Versicherten die Pflegeberatung nicht. Besonders bei Menschen mit Migrationshintergrund zeigen sich laut Bericht Informationsdefizite sowie sprachliche und kulturelle Barrieren. „Diese Lücken bei der Bekanntheit und Nutzung des Angebots gilt es zu schließen“, heißt es in der Auswertung (Quelle: GKV-Spitzenverband).
Beratungsbesuche zeigen Stärken und Defizite
Regelmäßige Beratungsbesuche bei Pflegegeldbeziehenden werden überwiegend positiv bewertet. In rund 94 Prozent der Fälle konnten alle Fragen direkt geklärt werden. Gleichzeitig decken die Besuche auch Probleme auf: In etwa zwei Prozent der Fälle wurde eine nicht sichergestellte Pflege festgestellt – häufig aufgrund überlasteter Angehöriger. Der Bericht empfiehlt daher, diese Besuche stärker mit der allgemeinen Pflegeberatung zu verzahnen, um frühzeitig passgenaue Unterstützung zu ermöglichen.
Hintergrund der Analyse ist der gesetzliche Auftrag an den GKV-Spitzenverband, alle drei Jahre über die Pflegeberatung zu berichten. Grundlage der aktuellen Evaluation sind statistische Daten sowie Befragungen von Versicherten, Pflegekassen und Beratungspersonen.
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