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Petition gegen Pflegekammer NRW verliert deutlich an Zuspruch
Eine aktuelle Petition gegen die Pflegekammer Nordrhein-Westfalen sammelte nur 15.000 Unterschriften – weniger als die Hälfte einer vergleichbaren Aktion vor einigen Jahren. Die Kammer wertet dies als Zeichen wachsender Akzeptanz ihrer Arbeit.
Kritiker der Pflegekammer NRW haben mit ihrer jüngsten Petition deutlich weniger Resonanz erzielt als erwartet. Trotz wochenlanger Bewerbung über soziale Medien und Unterstützung durch die Gewerkschaft ver.di erreichte die Online-Abstimmung gegen die Kammer lediglich 15.000 Unterschriften. Eine nahezu identische Petition vor der Einrichtung der Pflegekammer hatte dagegen über 40.000 Unterschriften gesammelt.
Sandra Postel, Präsidentin der Pflegekammer NRW, interpretiert diesen Rückgang als Erfolg: „Wir konnten inzwischen offensichtlich viele Kritikerinnen und Kritiker mit unserer Arbeit umstimmen“, erklärte sie laut einer Pressemitteilung. Die Kammer sieht sich durch das schwächere Abschneiden der Petition in ihrer Arbeit bestätigt.
Zweifel an der Aussagekraft von Online-Abstimmungen
Postel schränkt jedoch gleichzeitig die Bedeutung solcher digitalen Meinungsäußerungen ein. Online-Petitionen hätten nur begrenzte Aussagekraft, da grundsätzlich jeder daran teilnehmen könne, der online abstimme, so die Kammerpräsidentin. „Wir dürfen also nicht zwangsläufig davon ausgehen, dass wir mit diesem digitalen Voting ein tatsächliches Stimmungsbild innerhalb der Pflege in NRW haben“, erläuterte Postel. Das Ergebnis sei vielmehr im Internet und damit auch weit über die Grenzen des Bundeslandes hinaus entstanden.
Dennoch nehme sie die Aktion der Kritiker ernst, die mit den Zahlen aufzeigen wollten, dass die Pflegekammer NRW nicht gewollt sei. Wenn diese Zahlen jedoch Gültigkeit beanspruchen sollten, müsse auch festgestellt werden, dass die aktuelle Petition weniger als die Hälfte der Unterschriften der früheren Aktion erreicht habe.
Konkrete Verbesserungen als Argument für die Kammer
Die Pflegekammer verweist auf konkrete Erfolge ihrer bisherigen Arbeit. Laut Postel konnte die Kammer eine deutliche Verbesserung in der Kinderkrankenpflege bei Neuaufnahmen in Kliniken erreichen. Zudem habe sie erstmals überhaupt für den Berufsstand eine Berufsordnung entwickelt und Weiterbildungsstätten zertifiziert, wodurch die Qualität der fachlichen Weiterbildung gesichert worden sei.
„Inzwischen können wir auf eine ganze Reihe von Verbesserungen für die Pflege zurückblicken, aber natürlich macht sich all das nicht aus dem Stand von selbst“, sagte Postel. Der Aufbau einer funktionierenden berufsständischen Vertretung brauche Zeit und Ressourcen.
Die Kammerpräsidentin verwies auf den jahrzehntelangen Nachteil der Pflege gegenüber anderen Berufsgruppen. Während Ärzte oder Apotheker wie selbstverständlich Kammern hätten und diese für ihren Berufsvorteil zu nutzen wüssten, sei die Pflege über viele Jahrzehnte ohne berufsständische Vertretung gewesen. Diesen Nachteil wolle man nun sukzessive aufholen.
Als demokratischen Gradmesser nannte Postel die Neuwahlen zur Kammerversammlung im Herbst 2027. Dann werde sichtbar, wie stark und in welcher Form die Pflegefachpersonen ihre Stimme im Gesundheitswesen vertreten sehen wollen. „Eine Kammer lebt von demokratischer Mitbestimmung“, betonte die Präsidentin.
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