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DRK Braunschweig-Salzgitter startet Eigenverwaltungsverfahren
Das Amtsgericht Braunschweig hat für den DRK Kreisverband Braunschweig-Salzgitter und zwei Tochterunternehmen das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet. Zwei defizitäre Betreuungseinrichtungen müssen geschlossen werden.
Das Amtsgericht Braunschweig hat am 1. September 2025 planmäßig das Eigenverwaltungsverfahren für den Deutschen Rotes Kreuz Kreisverband Braunschweig-Salzgitter e.V. und seine beiden Tochterunternehmen eröffnet. Laut der Pressemitteilung des DRK sind die DRK Braunschweig-Salzgitter Pflege und Betreuung gGmbH sowie die DRK Braunschweig-Salzgitter Sprungbrett gGmbH von dem Verfahren betroffen. Das Gericht bestellte Rechtsanwältin Dr. Stefanie Zulauf von Eckert Rechtsanwälte zur Sachwalterin.
Der DRK-Vorstand Nico Seefeldt Kazazi wird weiterhin von den Rechtsanwälten Silvio Höfer und Dr. Florian Harig von Anchor Rechtsanwälte unterstützt. Das Eigenverwaltungsverfahren ermöglicht es dem Unternehmen, unter Aufsicht eines Sachwalters die Sanierung weitgehend selbstständig durchzuführen, während die Geschäftsführung in der Verantwortung bleibt.
Zwei Einrichtungen müssen schließen
Im Rahmen des Sanierungskonzepts muss die DRK-Gruppe zwei stark defizitäre Betreuungseinrichtungen schließen. Laut Dr. Florian Harig betrifft dies die Sozialstation am Queckenberg in Braunschweig sowie die Tagespflege in Salzgitter-Gebhardshagen. Der Betriebsrat der Pflege & Betreuung gGmbH und die betroffenen Mitarbeitenden seien bereits informiert worden, ein Sozialplan wurde vereinbart.
„Die beiden Betreuungseinrichtungen waren im Betrieb stark defizitär und es konnte keine tragfähige Lösung für die Zukunft gestaltet werden. Um die Sanierung der gesamten Gruppe nicht zu gefährden, mussten wir diesen Schritt gehen“, erklärt Dr. Florian Harig laut der Mitteilung. Die Schließungen sollen in den nächsten Wochen erfolgen.
Als Teil des Sanierungskonzepts plant die DRK-Gruppe die Eingliederung der Sozialstation Salzgitter in den DRK-Kreisverband e.V. Auch dieser Schritt soll laut den Angaben in den kommenden Wochen vollzogen werden.
Geschäftsbetrieb läuft ohne Einschränkungen weiter
Seit dem Insolvenzantrag am 18. Juni 2025 konnte der Geschäftsbetrieb in sämtlichen Einrichtungen ohne Einschränkungen fortgesetzt werden, wie die DRK-Gruppe mitteilt. Dies sei dank der Unterstützung durch haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Geschäftspartner möglich gewesen.
Einen wichtigen Schritt bei den Sanierungsbemühungen stellte laut der Mitteilung der erfolgreiche Verkauf der Immobilie in der Steinbrecherstraße in Braunschweig dar, in der bis 2024 ein Pflegeheim untergebracht war. Mit der Eröffnung des Eigenverwaltungsverfahrens übernimmt die DRK-Gruppe auch wieder die Zahlung der Gehälter ihrer Beschäftigten.
„Für die weiteren Einrichtungen der DRK-Gruppe gehen wir von einer stabilen Entwicklung aus. Wir sind sehr froh, dass Mitglieder in den Teams tatkräftig am Fortbestand mitarbeiten. Das ist eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Sanierung“, erklärt Nico Seefeldt Kazazi. Silvio Höfer ergänzt: „Wir haben noch ein Stück Weg vor uns bis zur Verabschiedung des Sanierungsplans, aber wir konnten bereits große Fortschritte erreichen.“
Die Sachwalterin Dr. Stefanie Zulauf äußert sich optimistisch zum Verfahren: „Als Sachwalterin im Eigenverwaltungsverfahren ist es vor allem meine Aufgabe, dass die Interessen der Gläubiger gewahrt werden. Der bisherige Verlauf des Verfahrens stimmt optimistisch und ich denke, dass die Sanierung der DRK-Gruppe gelingen wird.“
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