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Argentum Pflege Gruppe scheint gerettet

Für die Argentum Pflege Gruppe gibt es eine Lösung: Lafayette Mittelstand Capital übernimmt das Unternehmen. Der Investor führt zwei Gesellschaften sowie alle 22 Einrichtungen aus dem Eigenverwaltungsverfahren fort.

Ortsschild mit "Neustart" und durchgestrichenem "Insolvenz", symbolisiert wirtschaftlichen Neuanfang vor blauem Himmel.
Die Lafayette Mittelstand Capital übernimmt die Argentum Pflege Gruppe. Foto: AdobeStock/ bluedesign

Für lediglich ein Haus muss noch eine separate Investorenlösung verhandelt werden. Damit bleiben rund 1.600 Arbeitsplätze erhalten. Zugleich sind die Pflege und Betreuung der rund 2.000 Menschen, die in Einrichtungen der insolventen Argentum leben, gesichert. Sie werden auch künftig in gewohnter Qualität und mit größter Sorgfalt versorgt werden. Die Lafayette Mittelstand Capital beabsichtigt, die Gruppe auch künftig unter dem Namen Argentum weiterzuführen.

Der Vollzug der Transaktion steht noch unter verschiedenen wirtschaftlichen Bedingungen sowie den üblichen Gremienvorbehalten, insbesondere der Zustimmung der Gläubiger und der kartellrechtlichen Freigabe. Der Gläubigerausschuss hat seine Unterstützung bereits signalisiert. Die Verantwortlichen sind zuversichtlich, dass die Übernahme bis Ende September 2025 abgeschlossen werden wird.

Aufgrund der strukturellen Herausforderungen in der Pflegebranche – Fachkräftemangel, steigende Betriebskosten, zunehmende regulatorische Anforderungen und unzureichende Finanzierung – leitete die Argentum Pflege Gruppe einen umfassenden Reorganisationsprozess ein und stellte Anfang April 2025 Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung. Das Verfahren wurde am 1. Juli 2025 eröffnet.

Zur Steuerung des Restrukturierungsprozesses wurden die K&L-Gates-Partner Dr. Georg Bernsau und Nadja Raiß sowie der Unternehmensberater Ansgar Schröder als Sanierungsgeschäftsführer in die Geschäftsführung berufen. Begleitet wird das Verfahren auch durch den sanierungserfahrenen Rechtsanwalt Prof. Dr. Lucas F. Flöther von der Kanzlei Flöther & Wissing, der vom Gericht zum Sachwalter bestellt wurde und die Geschäftsführung konstruktiv unterstützt sowie die Interessen der Gläubiger wahrt.

Für mehrere Einrichtungen, die als eigenständige Gesellschaft geführt wurden, wurde zusätzlich ein Regelinsolvenzverfahren beantragt, um Fortführungsoptionen zu prüfen. Für einen Teil dieser Häuser konnten unter Führung der jeweiligen Insolvenzverwaltung auch bereits Nachfolgelösungen gefunden werden. Die restlichen Verfahren sind indes noch nicht abgeschlossen.