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Sachsen-Anhalt: 6,5 Millionen Euro für Quartiers-Pflegeprojekte
Das Land will mit Modellvorhaben die häusliche Pflege stärken und neue Versorgungskonzepte erproben. Zwölf Projekte haben sich um Förderung beworben. Die Modellvorhaben sollen Pflegebedürftige dabei unterstützen, in ihrem gewohnten Lebensumfeld zu bleiben.
Sachsen-Anhalt stellt bis 2028 rund 6,5 Millionen Euro für innovative Pflegeprojekte in Wohnquartieren bereit. Laut Sozialministerin Petra Grimm-Benne sollen die Modellvorhaben Pflegebedürftige dabei unterstützen, in ihrem gewohnten Lebensumfeld zu bleiben. „Älterwerden in der vertrauten Umgebung der eigenen vier Wände ist der Wunsch vieler Menschen“, erklärte die Ministerin. Besonders im ländlichen Raum seien neue Wege in der Versorgung, Betreuung und Pflege notwendig.
Der im Mai gestartete Förderaufruf stieß auf große Resonanz: Zwölf Projekte, darunter fünf Verbundprojekte, beantragten insgesamt rund 14 Millionen Euro Fördermittel. Die eingereichten Projektanträge werden nun geprüft und eine Auswahl getroffen. Anschließend müssen die Pflegekassen die Projekte bestätigen und das Bundesgesundheitsministerium sie genehmigen. Laut Ministerium sollen die ausgewählten Förderprojekte zum Landespflegeausschuss am 14. November 2025 feststehen und veröffentlicht werden.
Häusliche Pflege bereits weit verbreitet
In Sachsen-Anhalt werden bereits über 70 Prozent der mehr als 200.000 Pflegebedürftigen in ihrem häuslichen Umfeld betreut. Die geplanten Modellvorhaben sollen durch eine bessere Verzahnung von Pflegeleistungen, medizinischer Versorgung, Wohnberatung und weiteren Hilfsstrukturen die Situation von Pflegebedürftigen sowie deren Angehörigen und Pflegenden verbessern.
Die Projekte verfolgen mehrere Ziele: Sie sollen die Lebenssituation der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen erleichtern, bereits bestehende kommunale Angebote vernetzen oder einer Verschlimmerung der Pflegebedürftigkeit entgegenwirken. Dabei werden sie lokal und im Quartier erprobt, um den Zugang zu regionalen Pflege- und Unterstützungsangeboten zu verbessern und die kommunale Sozialplanung weiterzuentwickeln.
Zusätzliche Förderprogramme laufen parallel
Neben den neuen Modellvorhaben setzt Sachsen-Anhalt bis Ende 2028 den Landesaktionsplan „Pflege im Quartier“ mit einer Förderung von über drei Millionen Euro fort. Laut Ministerium kann Quartiersmanagement Kommunen dabei helfen, Bedarfe zu ermitteln und bestehende Strukturen zu stärken. Als Beispiel für bereits vorhandene Ansätze nennt das Land die Beratungsstelle für kommunale Quartiersentwicklung in Sachsen-Anhalt (BEQISA).
Die rechtliche Grundlage für die Modellförderung schuf der Gesetzgeber 2023 mit der Neufassung des § 123 SGB XI durch das Pflegeunterstützungs- und Entlastungsgesetz (PUEG). Diese ermöglicht die Förderung regionalspezifischer Modellvorhaben zur Entwicklung von Maßnahmen und Strukturen zur Unterstützung von Pflegebedürftigen und deren Pflegepersonen. Das Land Sachsen-Anhalt stellt die Fördermittel gemeinsam mit der sozialen Pflegeversicherung und der privaten Pflegepflichtversicherung zur Verfügung.
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