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Neue Pflegeeinrichtung in Eisingen setzt auf inklusive Wohnkonzepte
Bayern setzt seinen Kurs beim Ausbau der Pflegeinfrastruktur fort. In Eisingen im Landkreis Würzburg entsteht eine neue Pflegeeinrichtung mit 72 Plätzen, die vom Freistaat mit 4,8 Millionen Euro gefördert wird. Besonderheit des Projekts ist ein inklusives Konzept, das pflegebedürftigen Menschen mit und ohne Behinderung ein gemeinsames Leben im Alter ermöglichen soll. Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach bezeichnete das Vorhaben als wichtigen Baustein beim Schließen regionaler Versorgungslücken.
Die Bayerische Staatsregierung arbeitet laut Pressemitteilung mit Nachdruck daran, die Pflegeangebote im Land weiter auszubauen. „Unser Ziel ist, den Ausbau von wohnortnahen und modernen Pflegeplätzen zu fördern“, betonte Ministerin Judith Gerlach bei der Übergabe des Förderbescheids für den Neubau des St. Josefs-Stifts in Eisingen. Mit dem Programm „PflegesoNah“ unterstütze der Freistaat innovative Konzepte, die auf die unterschiedlichen Lebenssituationen der Menschen zugeschnitten seien.
Innovatives Konzept: Gemeinsam leben mit und ohne Behinderung
Das Bauprojekt in Eisingen umfasst sechs Hausgemeinschaften für 72 Bewohnerinnen und Bewohner, davon 12 in der Kurzzeitpflege und 60 in stationärer Dauerpflege. Jede Wohngruppe soll aus zehn Dauerpflegeplätzen sowie zwei eingestreuten Kurzzeitplätzen bestehen. Geplant ist ein zweigeschossiger Bau, bei dessen Gestaltung die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz sowie Hör- und Sehbeeinträchtigungen berücksichtigt werden. Ziel sei es, pflegebedürftigen Menschen eine möglichst individuelle und wohnnahe Betreuung zu ermöglichen. Die Gesamtkosten liegen nach Angaben des Ministeriums bei rund 19 Millionen Euro.
Mit dem Konzept will der Träger St. Josefs-Stift auch eine bislang bestehende Lücke schließen: Menschen mit geistiger Behinderung finden oft nur schwer geeignete Pflegeangebote, wenn sie im Alter unterstützungsbedürftig werden. In klassischen Pflegeheimen fehle häufig die notwendige Spezialisierung. „Pflegeheime sind oft nicht darauf ausgerichtet, auf Menschen mit Beeinträchtigungen im notwendigen Umfang einzugehen“, sagte Gerlach. Das neue Modellprojekt könne hier Abhilfe schaffen, indem es Menschen mit und ohne Behinderung im Alter verbinde.
Kurzzeitpflege als Entlastung für Familien und Angehörige
Darüber hinaus sollen die geplanten Kurzzeitpflegeplätze Familien und Angehörige entlasten, die zeitweise Unterstützung benötigen. „Die neue Einrichtung wird für die pflegebedürftigen Bürgerinnen und Bürger vor Ort sowie deren Angehörige eine große Unterstützung sein“, so die Ministerin. Damit werde nicht nur die stationäre Pflege gestärkt, sondern auch die Anbindung an den sozialen Nahraum sichergestellt.
PflegesoNah-Programm sorgt für tausende neue Plätze
Das Förderprogramm „PflegesoNah“ bildet den Rahmen für solche Projekte. Es wurde in diesem Jahr aktualisiert und bis 2028 verlängert. Neben stationären Plätzen fördert es Kurzzeit-, Tages- und Nachtpflege, ambulant betreute Wohngruppen sowie Begegnungsstätten. Seit 2023 können auch Plätze für Verhinderungs- und Palliativpflege bezuschusst werden.
Die Ergebnisse der bisherigen Programmlaufzeit zeigen nach Ministeriumsangaben den Erfolg: Zwischen 2020 und 2024 wurden mit insgesamt rund 350 Millionen Euro knapp 7.400 zusätzliche Pflegeplätze geschaffen. Für die Jahre 2024 bis 2028 ist eine weitere Aufstockung um 8.000 Plätze geplant. Bayerns Gesundheitsministerin sieht darin ein zentrales Signal für die Zukunft: „Die Zahl der Pflegebedürftigen nimmt stetig zu. Mit unserem Förderprogramm unterstützen wir die Schaffung neuer oder umgebauter Pflegeplätze – mit sehr großem Erfolg.“
Weitere Informationen rund um die Förderrichtlinie finden Interessierte hier.
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