News

Seniorenresidenz in Leer stellt Insolvenzantrag

Die Betreibergesellschaft der Seniorenresidenz „An der alten Molkerei“ in Leer hat beim Amtsgericht einen Insolvenzantrag gestellt. Der Insolvenzverwalter sucht nun nach einem Investor für das Seniorenheim. Theoretisch wäre auch eine Eigensanierung möglich, realistischer sei jedoch ein Betreiberwechsel.

Ortsschild mit "Neustart" und durchgestrichenem "Insolvenz", symbolisiert wirtschaftlichen Neuanfang vor blauem Himmel.
Die Betreibergesellschaft der Seniorenresidenz „An der alten Molkerei" in Leer hat beim Amtsgericht einen Insolvenzantrag gestellt. Foto: AdobeStock/ bluedesign

Die ESG Leer GmbH, Betreiberin der Seniorenresidenz „An der alten Molkerei“ in Leer, hat einen Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht Leer bestellte daraufhin am 24. Juli Dr. Christian Kaufmann von der Pluta Rechtsanwalts GmbH zum vorläufigen Insolvenzverwalter, wie die NWZ online berichtet. Als Grund für den Antrag nennt das Betreiberunternehmen eine Liquiditätslücke aufgrund erheblicher Kostensteigerungen.

Laut Insolvenzverwalter Kaufmann werde der Geschäftsbetrieb des Altenheims derzeit in vollem Umfang fortgeführt. Die Betreuung der aktuell 42 Bewohner sei weiterhin sichergestellt. Das Seniorenheim verfügt über eine Kapazität von 92 Einzelzimmern, ist also nur etwa zur Hälfte ausgelastet. Die Betreibergesellschaft beschäftigt 64 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Gehälter bis Ende September gesichert

Die Gehälter der Beschäftigten sollen über das sogenannte Insolvenzgeld für drei Monate bis Ende September gesichert sein, teilt der Insolvenzverwalter mit. Vergangene Woche fand eine Mitarbeiterversammlung statt, bei der die Belegschaft über die aktuelle Lage informiert wurde.

Der Insolvenzverwalter äußert sich optimistisch bezüglich der Zukunft des Seniorenheims. „Durch das Insolvenzverfahren ist der Rahmen für eine geordnete Betriebsfortführung gegeben, sodass wir derzeit mit der Heimaufsicht über ein Hochfahren der Belegung sprechen“, erklärt Kaufmann gegenüber der NWZ online. Von der Heimaufsicht gebe es positive Signale.

Suche nach finanzstarkem Investor

Das Ziel sei es, den Fortbestand des Seniorenheims zu sichern, weshalb in Kürze ein Investorenprozess eingeleitet werden soll. „Unser Ziel ist es, einen finanzstarken Investor zu finden“, so Dr. Kaufmann. Theoretisch wäre auch eine Eigensanierung möglich, realistischer sei jedoch ein Betreiberwechsel. Der Grund: Das Hochfahren bis zu einer wirtschaftlich zufriedenstellenden Auslastungsquote nehme auch nach einer Übertragung noch eine bestimmte Zeit in Anspruch.

Die Seniorenresidenz hatte bereits Anfang des Jahres einen Eigentümer- und Betreiberwechsel erlebt. Aufgrund früherer pflegerischer und danach finanzieller Probleme durften nicht so viele Bewohner aufgenommen werden, wie eigentlich möglich gewesen wäre. Die pflegerischen Probleme seien jedoch seit einiger Zeit behoben, berichtet die NWZ online. Nach Angaben des Insolvenzverwalters habe man sich einen ersten Überblick über die wirtschaftliche Lage verschafft. Die niedrige Auslastung macht das Seniorenheim offenbar unwirtschaftlich.