News

Krankenkassen fordern Meldepflicht für Hilfsmittel-Mehrkosten

Die gesetzlichen Krankenkassen wollen mehr Transparenz bei kostenpflichtigen Extras für medizinische Hilfsmittel. Jeder fünfte Versicherte zahlt derzeit durchschnittlich knapp 150 Euro zusätzlich.

Junger Mann hilft Senior mit Rollstuhl
Foto: AdobeStock/Iceastock

Der GKV-Spitzenverband dringt auf eine gesetzliche Meldepflicht für Mehrkosten bei medizinischen Hilfsmitteln wie Hörgeräten oder Gehhilfen. Vorstandsvorsitzender Oliver Blatt begründete die Forderung am 31.7.2025 in Berlin damit, dass die Kassen bislang nicht wüssten, ob die zusätzlichen Ausgaben der Versicherten tatsächlich eine bessere Versorgung zur Folge hätten.

Laut den Zahlen des Spitzenverbands entschieden sich Versicherte im vergangenen Jahr in 22 Prozent der Fälle für kostenpflichtige Extras und zahlten dafür im Durchschnitt 148,70 Euro aus eigener Tasche. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass vier von fünf Versicherten bei der mehrkostenfreien Standardversorgung blieben.

Sanitätshäuser müssen zunächst kostenfreie Alternativen anbieten

Das aktuelle System sieht vor, dass Leistungserbringer wie Sanitätshäuser gesetzlich verpflichtet sind, gesetzlich Versicherten zunächst mehrkostenfreie Hilfsmittel anzubieten, wie der GKV-Spitzenverband erläuterte. Die Krankenkassen übernehmen dabei die Kosten für das medizinisch notwendige und zugleich wirtschaftlichste Hilfsmittel. Wollen Versicherte Extras etwa aus ästhetischen Gründen oder für mehr Komfort, müssen sie diese selbst finanzieren.

Der Spitzenverband sieht jedoch Bedarf für mehr Transparenz über die Gründe von Mehrkosten. Versicherte sollten laut Blatt „nicht zu teuren, übermäßigen Versorgungen gedrängt oder unzureichend über ihren Leistungsanspruch beraten werden“. Ohne eine gesetzliche Grundlage fehlten den Kassen jedoch die notwendigen Daten, um solche Praktiken zu identifizieren und zu bewerten.

Den detaillierten Mehrkostenbericht des GKV finden Sie hier