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Pflegeausbildung im Aufwind: Mehr Nachwuchs, aber noch Handlungsbedarf
Die Pflegeausbildung verzeichnet 2024 ein Plus von 9 Prozent bei neuen Ausbildungsverträgen (59.400) und 37.400 erfolgreiche Abschlüsse, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Verbände begrüßen diesen Trend, mahnen jedoch weitere Maßnahmen an, um die pflegerische Versorgung langfristig zu sichern.
Die 2020 eingeführte generalistische Pflegeausbildung wird von den Auszubildenden gut angenommen. Laut Statistischem Bundesamt entschieden sich 99 Prozent der Absolventen für den generalistischen Abschluss als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann. Nur etwa ein Prozent wählte eine spezialisierte Ausbildung mit Schwerpunkt Gesundheits- und Kinderkrankenpflege (280 Abschlüsse) oder Altenpflege (80 Abschlüsse).
„Die generalistische Pflegeausbildung wirkt. Das zeigen die Zahlen eindrucksvoll“, betont Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats (DPR). Auch Christina Heinze, stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbands Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe (BLGS), sieht „einen positiven Trend, was die Attraktivität der Pflegeausbildung angeht.“
Vielfältige Altersstruktur der Auszubildenden
Bemerkenswert ist die Altersstruktur der Auszubildenden: Die Hälfte der 2024 gestarteten Pflegeauszubildenden war 21 Jahre oder jünger, das Durchschnittsalter lag bei 24 Jahren. Mit 19 Prozent begann jedoch auch ein erheblicher Anteil von Personen über 30 Jahren eine Pflegeausbildung. Insgesamt waren 21 Prozent aller Auszubildenden 30 Jahre oder älter, was die Attraktivität des Pflegeberufs auch für Quereinsteiger unterstreicht.
Herausforderungen bleiben bestehen
Trotz der positiven Entwicklung weisen die Verbände auf fortbestehende Probleme hin. Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz, warnt: „Rund 30 Prozent der Auszubildenden brechen ihre Ausbildung vorzeitig ab oder verlassen frühzeitig den Beruf wieder. Hier müssen wir dringend gegensteuern.“
Kritischer äußert sich Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (bpa): „Die Ausbildungszahlen in der Pflege entwickeln nach wie vor nicht annähernd die Dynamik, die wir brauchen.“ Er sieht die Ursache in der „komplizierten generalistischen Ausbildung, die nicht annähernd die Attraktivität der früheren Altenpflegeausbildung erreicht“ und fordert eine schnellere Anerkennung internationaler Pflegekräfte.
Forderungen für die Zukunft
Die Verbände sind sich einig, dass weitere Maßnahmen nötig sind. Der Deutsche Pflegerat betont die Notwendigkeit eines bundesweiten einheitlichen Bildungs- und Karrierekonzepts. Die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz fordert mehr Schulsozialarbeit an Pflegeschulen zur besseren Begleitung der Auszubildenden.
Zudem wird der Ausbau der akademischen Pflegebildung als wichtig erachtet. Christina Heinze vom BLGS nennt „insbesondere den Ausbau von Studienkapazitäten, weitere Verbesserungen der Aus- und Weiterbildungsbedingungen auf allen Qualifikationsstufen sowie mehr professionelle Handlungsautonomie für hochqualifiziert Pflegende“ als notwendige Schritte.
Ausbildungsvergütung als Pluspunkt
Ein positiver Faktor für die Attraktivität der Pflegeausbildung ist die Vergütung. Mit durchschnittlich 1.200 Euro im ersten und 1.400 Euro monatlich im dritten Ausbildungsjahr zählt sie zu den höchsten Ausbildungsvergütungen überhaupt, wie mehrere Quellen betonen.
Gesamtsituation bleibt angespannt
Trotz steigender Ausbildungszahlen bleibt die Gesamtsituation in der Pflege angespannt. Die Zahl der sich insgesamt in Ausbildung befindenden Personen lag mit rund 146.700 nahezu auf Vorjahresniveau. Angesichts des demografischen Wandels und der wachsenden Zahl Pflegebedürftiger reichen die aktuellen Zahlen nach Einschätzung aller Verbände noch nicht aus, um den künftigen Personalbedarf zu decken.
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