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Künstliche Intelligenz hilft bei Demenzberatung
Ein Jahr nach dem Start der Online-Demenzsprechstunde mit KI-Unterstützung zieht Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach (CSU) eine positive Bilanz. Das digitale Modellprojekt, das vom Verein Desideria Care e. V. betrieben und vom bayerischen Gesundheitsministerium gefördert wird, unterstützt Angehörige, Betroffene sowie Hausärztinnen und Hausärzte bei Fragen rund um das Thema Demenz. Künstliche Intelligenz kommt dabei nicht in der direkten Beratung zum Einsatz, sondern hilft dem Expertenteam im Hintergrund bei der Recherche aktueller wissenschaftlicher Informationen. Ziel ist eine schnellere und gezieltere Versorgung der Ratsuchenden.
Seit dem 1. Juli 2024 nutzt das Team der Online-Demenzsprechstunde KI-basierte Sprachmodelle und Suchmaschinen, um schnell auf aktuelle Studien, Leitlinien und Fachliteratur zuzugreifen. „Das Beratungsteam kann dank KI schneller und gezielter auf wissenschaftliche Studien, Literatur und Leitfäden zugreifen“, erklärte Ministerin Gerlach laut Pressemitteilung ihres Ministeriums. Die künstliche Intelligenz diene dabei ausschließlich als Recherchehilfe; die persönliche Beratung erfolge weiterhin ausschließlich durch erfahrene Fachkräfte aus den Bereichen Neuropsychologie, Gerontologie und Neurologie. Die Ministerin sieht im Projekt ein gelungenes Beispiel für sinnvolle Digitalisierung in der Pflege.
Niedrigschwelliges Angebot mit wachsender Nachfrage
Die Online-Demenzsprechstunde wurde am 30. Oktober 2023 gestartet und verzeichne seither eine wachsende Nachfrage. Bis Ende Juni 2025 gingen laut Mitteilung 720 Anfragen per E-Mail ein, 167 Beratungen wurden im Live-Chat geführt. Ein Teil der Ratsuchenden melde sich wiederholt mit weiteren Anliegen. Das Angebot richte sich bewusst auch an Angehörige, die außerhalb regulärer Sprechzeiten Unterstützung suchen: Live-Chats seien auch an Samstagen und Feiertagen verfügbar, ergänzt durch einen umfangreichen anonymisierten FAQ-Bereich. Gerlach betonte den Mehrwert des Angebots: „Viele Angehörige haben einen ungedeckten Beratungsbedarf.“
Modellprojekt als Teil der Demenzstrategie
Die Online-Sprechstunde ist Teil der Bayerischen Demenzstrategie, die seit 2013 ressortübergreifend umgesetzt wird. Das Projekt wird mit bis zu 410.000 Euro über drei Jahre gefördert – gemeinsam vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention sowie von gesetzlicher und privater Pflegeversicherung. In Zukunft soll auch ein Live-Chat speziell für Hausärztinnen und Hausärzte weiterentwickelt werden, um medizinische Rückfragen direkt an das Expertenteam richten zu können. Erste Auswertungen zeigen, dass die Sprechstunde häufig genutzt wird, um Wartezeiten auf einen Facharzttermin zu überbrücken oder eine Zweitmeinung einzuholen. Weitere Informationen sind unter hier verfügbar.
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