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DAK warnt vor Beitragssprung in Gesundheit und Pflege

Die von der Bundesregierung geplanten Darlehen für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung werden die drohenden Beitragserhöhungen nicht verhindern können. Nach Berichten des Berliner IGES Instituts im Auftrag der DAK-Gesundheit droht in beiden Bereichen bereits zum Jahreswechsel 2026 ein Beitragsanstieg um jeweils 0,2 Prozentpunkte. In der GKV sei 2027 ein weiterer Anstieg um 0,3 Prozentpunkte zu erwarten, teilte die DAK am Mittwoch mit.

Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit
Nennt die Haushaltsplanung der Bundesregierung für das Gesundheitswesen "ein Desaster": DAK-Chef Andreas Storm Foto: DAK/Wigger

„Die IGES-Projektion macht deutlich, dass die Haushaltsplanung der Bundesregierung für das Gesundheitswesen ein Desaster ist“, kritisiert DAK-Vorstandschef Andreas Storm. Die geplanten Darlehen für Gesundheit und Pflege könnten die Beitragsspirale für Versicherte und Arbeitgeber nicht stoppen. „Die Finanzmittel mit Pflicht zur Rückzahlung sind ein Strohfeuer und werden einen Jojo-Effekt auslösen“, so Storm weiter.

Die Wissenschaftler haben eine Gesamtprojektion für alle Zweige der Sozialversicherung mit der zu erwartenden Beitragsentwicklung bis 2035 berechnet. Grundlage sind die neuen Eckpunkte zum Bundesetat und aktuelle Daten der zuständigen Ministerien und Sozialversicherungsträger.

Kurzfristige Dämpfung, langfristiger Anstieg

Laut IGES-Analyse würden die geplanten Bundesdarlehen für die GKV (jeweils 2,3 Milliarden Euro in 2025 und 2026) sowie für die Pflegeversicherung (500 Millionen Euro für 2025 und 1,5 Milliarden Euro für 2026) zwar kurzfristig dämpfend wirken. Über den gesamten Projektionszeitraum ergäben sich jedoch nur geringe Auswirkungen.

In der GKV könnte der Beitragssatz 2026 zunächst bei 17,7 Prozent gehalten werden, bevor er 2027 auf 18,0 Prozent ansteigen würde. Bis 2035 sei ein weiterer Anstieg auf 20 Prozent zu erwarten. In der Pflegeversicherung sei trotz Bundesdarlehen schon 2026 ein Anstieg auf 4,0 Prozent erforderlich, bis 2029 auf 4,7 Prozent und bis 2035 sogar auf 5,1 Prozent.

Alternative für Beitragsstabilität

Die DAK-Gesundheit hat beim IGES Institut auch Alternativszenarien berechnen lassen. Ein dauerhafter Bundeszuschuss an die GKV in Höhe von zehn Milliarden Euro jährlich ab 2026, kombiniert mit einer einnahmeorientierten Ausgabenpolitik ab 2027, könnte den Beitragssatz in der GKV stabilisieren.

„Der GKV-Beitrag könnte 2026 um 0,1 Prozentpunkte auf 17,4 Prozent sinken. Bis 2027 wäre ein weiterer Rückgang auf 17,2 Prozent möglich. Dieser Beitragssatz könnte bis zum Jahr 2035 stabil bleiben“, heißt es in der Mitteilung der DAK.

DAK-Chef Storm fordert die Bundesregierung auf, „jährlich einen Sozialversicherungsbericht vorzulegen, der eine Projektion der voraussichtlichen Beitragsentwicklung für einen Zehnjahreszeitraum unter Betrachtung verschiedener Szenarien enthält.“

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