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„Als würde man bei einem Hausbrand darüber debattieren, ob der Dachstuhl oder nur der erste Stock brennt“

Der Arbeitgeberverband Pflege (AGVP) kritisiert die aktuelle Debatte um die Pflegeversorgung in Deutschland als realitätsfern. Die heutige Situation sei alarmierend, sagt AGVP-Präsident Thomas Greiner: „Heute geht es rückwärts in Deutschland, die Pflegeversorgung ist in akuter Gefahr.“

"Wir verlieren Einrichtungen und diskutieren ernsthaft darüber, ob der Rückgang leicht oder moderat ist", kritisiert Thomas Greiner, Präsident des Arbeitgeberverbands Pflege, in einer aktuellen Pressemitteilung. Foto: Clemens Hartmann

Die Pflegeversorgung in Deutschland steht vor großen Herausforderungen. Laut Thomas Greiner, Präsident des Arbeitgeberverbands Pflege (AGVP), werden jährlich über 200 zusätzliche Pflegeheime benötigt, um den steigenden Bedarf zu decken. „Wir brauchen jedes Jahr 17.000 neue Pflegeplätze, wie Zahlen des RWI Essen zeigen. Dafür müssten jährlich über 200 neue Heime entstehen, erklärt Greiner in einer aktuellen Pressemitteilung. Die Realität sehe jedoch anders aus: Statt eines Zuwachses verzeichne der Sektor einen Rückgang an Einrichtungen.

Greiner kritisiert die aktuelle Debatte als realitätsfern: „Wir verlieren Einrichtungen und diskutieren ernsthaft darüber, ob der Rückgang leicht oder moderat ist. Das ist, als würde man bei einem Hausbrand darüber debattieren, ob der Dachstuhl oder nur der erste Stock brennt.“

Der AGVP-Präsident verweist auf die Entwicklung in den Jahren 2004 und 2005, als noch über 300 neue Heime pro Jahr entstanden. Im Gegensatz dazu sei die heutige Situation alarmierend: „Heute geht es rückwärts in Deutschland, die Pflegeversorgung ist in akuter Gefahr.“

Greiner bemängelt, dass Politik und Krankenkassen mit Diskussionen über Familienpflegegeld und Steuerungsdebatten von den eigentlichen Problemen ablenken würden, während die Wartelisten für Pflegeplätze immer länger werden. Als Lösung fordert der AGVP-Präsident mehr Investitionssicherheit für innovative Pflegekonzepte, weniger Detailvorgaben und mehr unternehmerische Freiheit. Nur so könne das Angebot wieder wachsen und der steigende Bedarf gedeckt werden. „Pflegebedürftige lassen sich nicht wegsteuern, wir müssen sie versorgen“, betont Greiner.

Der Arbeitgeberverband Pflege vertritt als Interessenvertretung 955 Mitgliedsunternehmen mit rund 80.000 Beschäftigten in der Altenpflege. Der AGVP hat mehr als 1.000 Insolvenz- und Schließungsfälle seit Anfang 2023 in der aktualisierten Version der „Deutschlandkarte Heimsterben“ dokumentiert.