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Cyberangriff auf die AWO Gießen

Ein Cyberangriff auf die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Gießen hat die IT-Systeme der sozialen Einrichtung ins Visier genommen. Trotz des Angriffs blieben Pflege, Betreuung und Versorgung in den Einrichtungen der AWO unbeeinträchtigt.

Foto: AdobeStock/Pakorn

Am Sonntag, 27. April, wurde die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Gießen Ziel eines Cyberangriffs. Dank funktionierender Sicherheitsvorkehrungen und aktueller Backups konnte der Betrieb in den Pflegeheimen, Kitas und anderen Einrichtungen ab Montag wieder weitgehend störungsfrei aufgenommen werden.

Selbstverständlich waren und sind einige Prozesse für unsere Mitarbeitenden aufwendiger und insbesondere umständlicher, aber wir können uneingeschränkt unserem Auftrag nachkommen“, so Nils Neidhart, Geschäftsführer der AWO Gießen. Ein eigens eingerichteter Krisenstab, unter der Leitung externer IT-Spezialisten der Firma dokuworks, übernahm umgehend die Koordination der Gegenmaßnahmen.

Nach Angaben von Krisenstabsleiter Markus Weber war es vor allem die gute Vorbereitung auf mögliche IT-Notfälle sowie das schnelle und entschlossene Handeln der Mitarbeitenden, das Schlimmeres verhinderte. Derzeit läuft ein Notbetrieb, große Teile der IT-Infrastruktur sind vorsorglich vom Internet getrennt worden.

„So stellen wir sicher, dass sich keine Angreifer mehr im System befinden“, so Weber. Gleichzeitig betonte er, dass die vollständige Wiederherstellung der Systeme voraussichtlich noch mehrere Wochen in Anspruch nehmen werde. Priorität habe derzeit die Wiederaufnahme der zentralen IT-Dienste zur Unterstützung der Pflege und Betreuung.

Ob bei dem Angriff personenbezogene Daten kompromittiert wurden, ist bislang nicht abschließend geklärt. Nils Neidhart versichert, dass allen Informationspflichten der DSGVO nachgekommen wird. Polizei, Landeskriminalamt Hessen und die zuständige Datenschutzbehörde wurden umgehend informiert und in die Ermittlungen eingebunden.

Neidhart zeigte sich verärgert über den Angriff auf eine gemeinnützige Organisation: „Solche Angriffe gefährden den Alltag von sozialen Einrichtungen. Wir lassen uns davon nicht einschüchtern.“ Man werde auf keinen Fall mit den Tätern kooperieren.

Die AWO Gießen kündigte an, die kommenden Wochen intensiv zur Aufarbeitung des Vorfalls zu nutzen. Den Mitarbeitenden sprach die Geschäftsführung bereits jetzt großen Dank für ihren Einsatz in der Ausnahmesituation aus.

Angesichts zunehmender Cyberangriffe und wachsender digitaler Anforderungen drängt der Deutsche Pflegerat (DPR) auf klare gesetzliche Regelungen zur IT-Sicherheit in der Pflege.