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Pflegebranche: Flexiblere Arbeitszeiten im Fokus

Neue Studienergebnisse zeigen Potenziale und Herausforderungen flexibler Arbeitszeitmodelle in der stationären Langzeitpflege.

Pflegeszene
Flexible Arbeitszeiten können nachweislich die Zufriedenheit von Pflegekräften steigern. Foto: AdobeStock/ unai

Flexible Arbeitszeitmodelle könnten der Pflegebranche dringend benötigte Entlastung bringen, gleichzeitig aber auch für organisatorische Herausforderungen sorgen. Das geht aus der aktuellen Ausgabe von „Forschung aktuell“ des Instituts Arbeit und Technik (IAT) hervor. Die Veröffentlichung beleuchtet Ergebnisse des vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) geförderten Projekts Pflege:Zeit. Ziel des Projekts ist die Entwicklung von Arbeitszeitkonzepten, die sowohl den Bedürfnissen der Pflegekräfte als auch den Anforderungen von Einrichtungen und pflegebedürftigen Personen gerecht werden.

Individuelle Vereinbarungen als Chance und Risiko

Flexible Arbeitszeiten können nachweislich die Zufriedenheit von Pflegekräften steigern und die Resilienz von Organisationen fördern. Doch die Vielfalt an bestehenden Regelungen in der Pflege sorgt auch für Herausforderungen, so Dr. Lena Marie Wirth, Co-Leiterin des Forschungsschwerpunkts „Arbeit und Wandel“ am IAT. Die Aushandlung verschiedener Interessen führe zu einer Vielzahl von Arbeitszeitgestaltungsvereinbarungen, die zwar individuelle Bedürfnisse berücksichtigen, aber auch Transparenz und Teamdynamik belasten können.

Das Projekt Pflege:Zeit testete in einer langzeitstationären Einrichtung verschiedene Ansätze, darunter Team-basierte Dienstplanung, mobiles Arbeiten und ein optimiertes Ausfallmanagement. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass insbesondere Teamdynamiken eine zentrale Rolle bei der Umsetzung spielen.

Um Pflegeeinrichtungen bei der Einführung flexibler Arbeitszeitmodelle zu unterstützen, wurde im Rahmen des Projekts eine sogenannte Regelungs-Matrix entwickelt. Diese soll eine systematische Übersicht über mögliche Vereinbarungen auf individueller, team- und organisationsebene bieten, erklärt Laura Schröer, Wissenschaftlerin am IAT.

Die Autor:innen betonen, dass resiliente Teams ein Schlüssel zur erfolgreichen Einführung flexibler Arbeitszeitmodelle sind. „Teamresilienz sollte in der Pflegeforschung stärker untersucht werden, da sie maßgeblich zur Zufriedenheit der Mitarbeitenden und zur Stabilität der Organisationen beiträgt“, so die Expert:innen.

Hintergrund:
Das Projekt Pflege:Zeit wird im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) gefördert und von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) fachlich begleitet. Beteiligt sind unter anderem das IAT, die Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach und die MA&T Sell Partner GmbH. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch das Deutsche Institut für Pflegeforschung (DIP).

Hier können Sie den Bericht als Download herunterladen