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TI in der Pflege: bessere Versorgung, mehr Entlastung

Pflegeheime müssen bis zum 1. Juli 2025 die Voraussetzungen zum Anschluss an die Telematikinfrastruktur (TI) erfüllen. Bis dahin sollten Pflegeheime die Zeit gut nutzen.

Dr. Anika Heimann-Steinert, Produktmanagerin bei der Gematik, zeigt die Vorteile für die Pflege durch den TI-Ausbau auf der digitalen Konferenz „Telematikinfrastruktur umsetzen und finanzieren: Was jetzt zu tun ist“ am 13. November. Foto: Gematik/Jan Pauls

Die Zeit bis zur verpflichtenden Anbindung gilt es sinnvoll zu nutzen, um sich mit dem System vertraut zu machen und entsprechende Schritte einzuleiten – zumal auch die Finanzierung jetzt geklärt ist. Im Kurzinterview skizziert Dr. Anika Heimann-Steinert, Produktmanagerin bei der gematik, die wichtigsten Eckpunkte. Sie ist Referentin auf der digitalen Konferenz „Telematikinfrastruktur umsetzen und finanzieren“ am 13. November.

Frau Heimann-Steinert, Sie sind der Meinung, dass Pflegeeinrichtungen auf vielerlei Weise vom Anschluss an die Telematikinfrastruktur (TI) profitieren. Inwiefern?
Heimann-Steinert: Das bedeutet eine bessere Versorgung für Pflegebedürftige und mehr Entlastung für das Personal. Denn digitale Anwendungen sparen Zeit, sobald sie auf die Prozesse in den Einrichtungen abgestimmt eingesetzt werden. So wird das Zusammenspiel zwischen Pflege, Praxen, Krankenhäusern und Apotheken einfacher. Die Finanzierungsvereinbarung, die im Mai 2024 überarbeitet wurde, ist ein wichtiger Baustein, um hiermit weiter voranzukommen.

Von welchen digitalen Anwendungen reden wir im Zusammenhang mit der TI?
Heimann-Steinert: Zu den digitalen Anwendungen gehören zum Beispiel der Maildienst KIM – Kommunikation im Medizinwesen, der Kurznachrichtendienst TI-Messenger, das E-Rezept oder die elektronische Patientenakte (ePA), die ab kommenden Jahr als „ePA für alle“ Informationen für die medizinische Behandlung von Patientinnen und Patienten bündelt.

Welche Vorteile haben diese Anwendungen für Pflegeheime?
Heimann-Steinert: Mit KIM können Pflegeeinrichtungen mit den Krankenkassen und anderen TI-Teilnehmenden, etwa Praxen, Reha-Einrichtungen oder Krankenhäusern, sicher verschlüsselt Nachrichten mit sensiblen Gesundheitsdaten austauschen. Für die rasche Direktkommunikation unter Professionals stehen die TI-Messenger bereit.
Das E-Rezept kann in der Heimversorgung eine große Entlastung bringen. Statt analoger Bestell- und Übermittlungswege kann das Pflegepersonal über KIM bei der zuständigen Arztpraxis für die Heimbewohnerinnen und -bewohner Medikamente nachbestellen und diese als E-Rezept erhalten. Das elektronische Rezept kann die Pflegekraft dann, wieder per KIM, an die heimversorgende Apotheke schicken und sich das Medikament liefern lassen. So läuft der gesamte Bestell- und Einlösevorgang digital und sicher. Das E-Rezept spart Bürokratie, Wege, Papier und Zeit.

Wo können sich Pflegeheime über die Anbindung an die TI denn informieren?
Heimann-Steinert: Einen Überblick zur Telematik in der Pflege gibt die Themenseite der Gematik, die laufend aktualisiert wird. Hier finden sich auch ein Leitfaden bzw. eine Checkliste und ein Flyer mit zentralen Infos auf einen Blick zum Download.

Die Fragen stellte Ina Füllkrug

Veranstaltungstipp

Am 13. November 2024 von 10:30 bis 15:15 Uhr findet das Online-Event „Telematikinfrastruktur umsetzen und finanzieren“ statt. Expert:innen wie Dr. Anika Heimann-Steinert, Dr.-Ing. Dietmar Wolff, Nele Stock, Dag Ruddigkeit, Marc Ockenfels, Thorsten Blocher und Thomas Althammer geben wertvolle Einblicke in die Umsetzung und Finanzierung der Telematikinfrastruktur.

Hier geht’s zur Anmeldung.