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Hamburg will offenbar mit Ausnahmen an der Fachkraftquote festhalten
Hamburg plant offenbar Ausnahmen bei der Fachkraftquote in Pflegeeinrichtungen zuzulassen, will aber grundsätzlich an ihr festhalten. Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste kritisiert die geplante Novellierung der Personalvorgaben als praxisfern.
Laut einer Quelle der Redaktion liegt der konkrete Verordnungstext den Leistungserbringer-Verbänden bisher nicht zur Stellungnahme vor. An der Fachkraftquote in Hamburg solle aber festgehalten werden. Es seien zwar Ausnahmen vorgesehen. Diese seien aber kompliziert und bürokratisch.
Auch die Landesgruppe des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) hatte sich in einer Pressemitteilung vom 21. Mai kritisch zur geplanten Novellierung der Personalvorgaben in der Hansestadt geäußert. Auch nach der bevorstehenden Überarbeitung der personellen Vorgaben für stationäre und teilstationäre Pflegeeinrichtungen in Hamburg müssten wahrscheinlich hunderte Pflegebetten weiterhin leer stehen. „Der Senat verpasst die Chance, zusätzliche Versorgung von Pflegebedürftigen zu ermöglichen. Viele Betroffene, die dringend eine stationäre Pflege brauchen, bleiben auf sich selbst gestellt. Das ist eine unnötige Belastung für die Familien“, sagt die Hamburgische bpa-Landesvorsitzende Karin Kaiser laut Pressemeldung.
„Während andere Bundesländer die Fachkraftquote abgeschafft haben und damit den Einrichtungen die Möglichkeit geben, qualitätsgesichert ihr Personal so einzusetzen, wie es gebraucht wird, schafft Hamburg zusätzliche Hürden, fehlende Planungssicherheit und enormen bürokratischen Aufwand“, so Kaiser. In einer Situation, in der hunderte Pflegebedürftige ungewollt durch die Familien versorgt werden müssen, sei das der völlig falsche Weg.
Der Bundesgesetzgeber habe mit dem Personalbemessungsverfahren im Sozialgesetzbuch die Personalausstattung in Pflegeeinrichtungen auf wissenschaftlicher Grundlage geregelt. Trotzdem werde in Hamburg weiter an einer Fachkraftquote festgehalten. „Ein Abschied von der Fachkraftquote, damit die Einrichtungen ihr Fachpersonal entsprechend ihrer Fähigkeiten einsetzen können, würde schnell zu spürbaren Entlastungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen führen“, so Kaiser abschließend.
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