Finanzierung
Pflegesatzverhandlungen: Wirtschaftlichkeit sichern in stürmischen Zeiten
Pfegeheime müssen die massiven Kostensteigerungen in den Pflegesatzverhandlungen unterbringen, um weiterhin wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Im Interview erläutert Berater Roman Tillmann, worauf es ankommt.
Herr Tillmann, durch die Tarifpflicht, Energiekrise, Inflation und Einführung der neuen Personalbemessung sind die Kosten von stationären Pflegeeinrichtungen teils massiv gestiegen. Wie lassen sich diese Kostensteigerungen in den Pflegesatzverhandlungen unterbringen?
Tatsächlich gab es in den vergangenen 24 Monaten gleichzeitig eine ganze Reihe dieser Kostentreiber. Eine gute Vorbereitung und transparente Datenbasis das A und O für die Pflegesatzverhandlungen. Nicht selten müssen die hohen Kostensteigerungen in Einzelverhandlungen durchgefochten werden. Pauschale Erhöhungsangebote der Pflegekassen reichen oft nicht aus, die Kostensteigerungen abzudecken.
Wie können Pflegeheime die vielfältigen Risiken angemessen einpreisen?
Auch wenn der § 84 Abs. 2 SGB XI explizit die angemessene Vergütung des Unternehmerrisikos benennt, ist das in der Praxis häufig ein Streitpunkt. Auch hier gilt es, die Risiken zu benennen und transparent zu berechnen, um im Bedarfsfall lückenlos argumentieren zu können. Risiken müssen angemessen im Pflegesatz enthalten sein.
Sie werden am Donnerstag, 25. April 2024 in Essen auf dem ALTENPFLEGE Messekongress zu diesem Thema referieren. Worauf dürfen die Teilnehmer:innen gespannt sein?
Ich werde auf die vorher genannten Punkte eingehen, wie eine Pflegesatzverhandlung professionell vorbereitet und durchgeführt und wie die richtige Strategie gefunden werden kann. Außerdem werde ich natürlich auf das Thema Risikoeinpreisung eingehen. Letztendlich ist die Pflegesatzverhandlung neben der operativen Personal- und Sachkostensteuerung einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für den wirtschaftlichen Betrieb von Stationären Pflegeeinrichtungen.
Interview: Susanne El-Nawab
Alle Infos zum Programm des Messekongresses auf der ALTENPFLEGE 2024
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