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Thema im Landtag NRW: Soziale Dramatik in der Pflege
Die dramatische Situation in der Pflege wurde in einer Aktuellen Stunde im Düsseldorfer Landtag thematisiert.
Der Personalmangel in der Pflege führt aus Sicht der SPD-Opposition in Nordrhein-Westfalen „zu einer schweren sozialen Dramatik“. In den nächsten zehn Jahren gingen etwa eine halbe Million Pflegekräfte in Deutschland in Rente und die Pflegebedürftigkeit nehme zu, sagte der SPD-Abgeordnete Thorsten Klute am 22. März in einer Aktuellen Stunde des Düsseldorfer Landtags.
Er warf der Landesregierung vor, nicht angemessen auf die Herausforderungen zu reagieren. Sowohl die Investitionen in die Pflegeschulen als auch die Investitionskostenförderung für ambulante Pflegedienste seien zu gering, kritisierte Klute. Die Bezirksregierungen müssten leistungsfähiger gemacht werden, damit im Ausland erworbene Pflege-Qualifikationen schneller anerkannt werden könnten. Darüber hinaus sollte der Einsatz digitaler Assistenzsysteme in der Pflege gefördert werden, damit Menschen länger selbstständig zu Hause leben könnten.
„Was tun Sie eigentlich, um zu verhindern, dass von den knapp 15 000 Menschen, die im Sommer 2023 den Weg in die Pflegeausbildung gefunden haben, nicht schon wieder mindestens ein Drittel die Ausbildung abbrechen?“, fragte der SPD-Politiker NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Es sei zwar gut, dass die Ausbildungszahlen im vergangenen Jahr nach einem Einbruch zuvor wieder nach oben
gegangen seien, allerdings sei das kein Grund für „Alles-Super-Gerufe“ der Landesregierung.
Positiver über Pflege sprechen
CDU und Grüne sehen NRW dagegen auf einem guten Weg, um die Pflege-Ausbildung und die Versorgung zu verbessern. Den Pflege- und Krankenhausschulen seien insgesamt 350 Millionen Euro zur Verfügung
gestellt worden, sagte die CDU-Abgeordnete Britta Oellers. Dies sei ein Kraftakt gewesen. Es sei aber auch wichtig, positiver über Pflege zu sprechen statt „immer nur Untergangsszenarien anzustimmen“. Auch
der Grünen-Abgeordnete Mehrdad Mostofizadeh meinte: „In Nordrhein-Westfalen geht es aufwärts in der Pflege.“
Nordrhein-Westfalens Arbeits- und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sieht dringenden Handlungsbedarf bei der Vereinbarkeit von familiärer Pflege und Beruf. Dafür Strukturen zu schaffen, werde in den nächsten Jahren eine vergleichbar große Herausforderung sein wie die bisherigen Anstrengungen um die Vereinbarkeit von Beruf und Kindern.
„Wir werden die Pflege nicht alleine über professionelle Kräfte lösen können“, sagte Laumann zur Pflege-Situation in NRW. Das Renteneintrittsalter gehe nach oben. „Deswegen erleben heute viele Menschen auch in den Zeiten, wo sie noch berufstätig sind, die Pflegebedürftigkeit ihrer eigenen Eltern.“ Dafür müssten in den nächsten Jahren gesellschaftlich und auch am Arbeitsmarkt passende Bedingungen gestaltet werden, mahnte der Minister.
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