In Bezug auf die Finanzierung der Pflegeversicherung kritisierte Rolf Mützenich schwarze Schafe in der Branche, insbesondere private Pflegedienste, die laut seiner Aussage Geld aus dem System ziehen und die Wohlfahrtspflege vernachlässigen. Dieses Statement fiel im Rahmen des ARD-Formats„Bericht aus Berlin“ ab Minute 23:50.
Ein Schlag ins Gesicht mittelständischer Unternehmen
Thomas Knieling, Bundesgeschäftsführer des VDAB, reagierte empört auf Mützenichs Aussagen: „Es ist skandalös, dass ausgerechnet ein führender Politiker einer sozialdemokratischen Partei sich in dieser Weise äußert. Wir vertreten über 1.800 privat geführte mittelständische Unternehmen bundesweit, die unter sich ständig verschärfenden Bedingungen die pflegerische Versorgung sicherstellen. Die Aussagen sind ein Schlag ins Gesicht jedes Einzelnen von ihnen! Vielleicht ist Herrn Mützenich nicht bekannt, dass private Unternehmen 50 Prozent aller Pflegeeinrichtungen betreiben und das Rückgrat der Versorgung bilden. Hier wird nichts zu Lasten anderer ‚abgesaugt‘, und hier finden sich auch nicht ‚die schwarzen Schafe‘!“
Ohne Grund und Ahnung
AGVP-Präsident Thomas Greiner wirft Mützenich erneut vor, ohne Grund und Ahnung private Pflegedienstleister anzugreifen: „Statt Fake News über private Pflegeanbieter zu verbreiten, sollte er sich lieber um die Versorgungssicherheit in der Altenpflege kümmern. Diese ist durch diese Regierung akut gefährdet. Die Versorgung der Pflegebedürftigen würde ohne die privaten Pflegeunternehmen und den Einsatz der dort arbeitenden Pflegekräfte sofort zusammenbrechen.“
Auch Michael Billen, Landesvorstand NRW des Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad), zeigt sich entsetzt über Mützenichs Äußerungen: „Es ist dreist von Herrn Mützenich, das pflegepolitische Versagen der Ampel-Koalition den privaten Pflegeeinrichtungen in die Schuhe zu schieben. Der Marktanteil privater Pflegeeinrichtungen bei den ambulanten Diensten beträgt mittlerweile rund 70 Prozent. Ohne diese Anbieter wäre die pflegerische Versorgung schon längst zusammengebrochen. Private Pflegeeinrichtungen sind ein unverzichtbarer Teil der Lösung der aktuellen Probleme und nicht deren Ursache.“
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