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250.000 vermeidbare Klinikeinweisungen: Kabinett beschließt Aktionsplan für mehr Arzneimittelsicherheit
Rund 250.000 Krankenhauseinweisungen pro Jahr gehen laut Bundesgesundheitsministerium auf Medikationsfehler zurück – viele davon vermeidbar. Ein neuer Aktionsplan soll Risiken reduzieren, digitale Prozesse stärken und die Zusammenarbeit der an der Versorgung Beteiligten verbessern.
Das Bundeskabinett hat den Aktionsplan zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) beschlossen. Ziel ist es, Ursachen von Medikationsfehlern systematisch zu erforschen und die Sicherheit für Patient:innen zu erhöhen. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken betont in einer aktuellen Pressemitteilung des BMG: „Schätzungsweise 250.000 Krankenhauseinweisungen resultieren jährlich aus Medikationsfehlern, die in vielen Fällen vermeidbar sind.“
Ein Schwerpunkt liegt auf der AMTS-Forschung. So sollen „evidenzbasierte Lösungen zur Verringerung von Medikationsrisiken“ entwickelt werden. Geplant ist unter anderem, neue Messverfahren auf Basis von Routinedaten zu etablieren, um die Wirksamkeit von Therapien besser bewerten zu können. Auch der elektronische Medikationsplan soll „zu mehr Vollständigkeit, Aktualität und leichter Verständlichkeit“ weiterentwickelt werden.
Digitale Prozesse im Fokus
Ein weiterer Baustein ist die Förderung digitaler Medikationsprozesse. Mit E-Rezept und elektronischer Patientenakte seien bereits „die zentralen Voraussetzungen geschaffen“ worden. Diese Anwendungen könnten laut Ministerium dazu beitragen, Informationen für Leistungserbringer und Patient:innen transparenter zu machen und Risiken zu senken.
Auf dieser Grundlage sollen konkrete Handlungsempfehlungen entstehen, etwa für die Patientenaufnahme oder das Entlassmanagement. Ziel ist eine „risikoarme, digital gestützte Arzneimitteltherapie“.
Mehr Zusammenarbeit zwischen Berufsgruppen
Der Aktionsplan setzt zudem auf eine stärkere interprofessionelle Zusammenarbeit. Ärzt:innen, Apotheker:innen und Mitarbeitende in der Pflege sollen enger kooperieren, um insbesondere Risiken bei Mehrfachmedikation besser zu überwachen.
Geplant ist auch die Prüfung eines sogenannten AMTS-Stewardship, also strukturierter Zusammenarbeit zwischen den Berufsgruppen. Zudem soll eine Koordinierungsgruppe unter Beteiligung von Krankenhäusern und Patientenvertretungen die weiteren Maßnahmen ausarbeiten. Ministerin Warken hebt hervor: „Mit dem Aktionsplan wollen wir genau das erreichen – mehr Wissen durch mehr Daten, digitale Lösungen […] und mehr Wissen durch die weitere Stärkung des Bewusstseins für die Gefahren.“
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