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Rheinland-Pfalz startet Klimaschutz-Beratung für die Sozialwirtschaft

Das Klimaschutzministerium, die LIGA der freien Wohlfahrtspflege und die Energie- und Klimaschutzagentur wollen Sozialeinrichtungen bei der energetischen Transformation unterstützen. Das Beratungsangebot geht jetzt in die Pilotphase.

„Klimaschutz und Wärmewende müssen breit getragen und in allen relevanten Bereichen umgesetzt werden. Mit der Sozialwirtschaft als Partner kommen wir in Rheinland- Pfalz einen guten Schritt weiter“, betont Klimaschutzministerin Katrin Eder. Foto: MKUEM/Christof Mattes

Kindertagesstätten, Pflegeheime, Beratungsstellen, Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigungen – die freie Wohlfahrtspflege in Rheinland-Pfalz gehört laut Klimaschutzministerium zu den größten Arbeitgebern des Landes und betreibt einen umfangreichen Gebäudebestand. Genau dort setzt ein neues gemeinsames Beratungsangebot an: Das Klimaschutzministerium, die LIGA der freien Wohlfahrtspflege Rheinland-Pfalz und die Energie- und Klimaschutzagentur (EKA) Rheinland-Pfalz haben eine Kooperation gestartet, die Trägern und Einrichtungen der Sozialwirtschaft konkrete Hilfe beim Klimaschutz bieten soll. Klimaschutzministerin Katrin Eder erklärte, die Sozialwirtschaft stehe beim Klimaschutz vor großen Herausforderungen – das Beratungsangebot solle helfen, zu guten Lösungen zu kommen.

Pilotphase mit fünf Modellgebäuden

Im Rahmen einer Pilotphase im Jahr 2026 sollen Trägerorganisationen der freien Wohlfahrtspflege gezielt durch die EKA beraten werden. Laut EKA-Geschäftsführer Tobias Büttner werden dabei anhand von fünf typischen Gebäuden konkrete Maßnahmen identifiziert. Die Agentur werde zudem geeignete Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten recherchieren und die Verbände bei der Umsetzung ihrer Vorhaben begleiten. Büttner betonte, man wolle praxisnahe und umsetzbare Lösungen entwickeln, die Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und den sozialen Auftrag der Einrichtungen miteinander vereinbar machten.

Im Fokus stehen laut Ministerium Fragen der Energieeffizienz, der Nutzung erneuerbarer Energien und weiterer Klimaschutzmaßnahmen. Der Beratungsansatz soll den Transformationsprozess in der Sozialwirtschaft aktiv begleiten.

Großes Einsparpotenzial im Gebäudebestand

Viele Gebäude sozialer Einrichtungen befinden sich laut Ministerium im Besitz der Träger der freien Wohlfahrtspflege oder ihrer Mitgliedsorganisationen. In diesem Bestand lägen erhebliche Potenziale zur Energieeinsparung. Durch Verbesserungen an Gebäudetechnik und Gebäudehülle könnten Einrichtungen ihren Energieverbrauch deutlich senken. Als zentrale Ansatzpunkte nennt das Ministerium die energetische Sanierung bestehender Gebäude sowie die Umstellung der Wärmeerzeugung auf erneuerbare Energien. Auch die sogenannte Sektorenkopplung – die Verknüpfung von Strom-, Wärme- und Mobilitätssektor – könne dazu beitragen, den Energiebedarf der Einrichtungen nachhaltig zu reduzieren.

LIGA-Vorsitzender Albrecht Bähr bezeichnete die Sozialwirtschaft als „Rückgrat unseres Gemeinwohls“, die zugleich „Motor des Klimaschutzes“ sein könne. Das Beratungsangebot gebe Trägern konkrete Unterstützung, um Energie zu sparen und erneuerbare Wärme auszubauen. Klimaschutzministerin Eder ergänzte, Klimaschutz und Wärmewende müssten breit getragen und in allen relevanten Bereichen umgesetzt werden. Mit der Sozialwirtschaft als Partnerin komme Rheinland-Pfalz dabei einen Schritt weiter.