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AOK Pflege-Report: mehr Verantwortung für Kommunen und Ehrenamt

Der Pflege-Report 2024 des WIdO zeigt: Regionale Unterschiede prägen die Pflege in Deutschland. AOK-Chefin Reimann sieht die Lösung in Caring Communities und einem stärkeren Engagement der Kommunen.

Pflegeszene
Pflege und gesellschaftliche Teilhabe vor Ort kann besser organisiert werden. Foto: AdobeStock/Halfpoint

Die Pflege in Deutschland ist geprägt von erheblichen regionalen Unterschieden – das zeigt der aktuelle Pflege-Report des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Sowohl bei der Entwicklung von Pflegebedürftigkeit als auch bei der Inanspruchnahme von Pflegeleistungen klaffen die Regionen auseinander. Dr. Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, fordert deshalb ein Umdenken: „Die zentrale Rolle der Kommunen muss gestärkt werden, um Pflege und gesellschaftliche Teilhabe vor Ort besser zu organisieren.“

Babyboomer sind bereit, sich ehrenamtlich einzubringen

Ein Schlüssel dazu könnten sogenannte „Caring Communities“ sein. Diese setzen auf eine engere Zusammenarbeit zwischen professionellen Pflegekräften, Ehrenamtlichen und den Kommunen, um Betroffene länger in ihrem gewohnten Umfeld zu unterstützen. Eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der AOK zeigt: Die Generation der Babyboomer ist bereit, sich einzubringen. 64 Prozent der Befragten dieser Altersgruppe können sich vorstellen, im Rahmen solcher Netzwerke ehrenamtlich tätig zu werden. Besonders beliebt sind Alltagshilfen wie Einkaufen, Freizeitgestaltung oder Begleitung bei Arztbesuchen.

Die Akzeptanz für die Idee ist auch auf der Nachfrageseite hoch. 86 Prozent der Befragten möchten im Alter lieber ehrenamtliche Unterstützung in Anspruch nehmen, statt frühzeitig in ein Pflegeheim zu ziehen. Auch alternative Wohnformen, bei denen Pflegebedürftige und Nicht-Pflegebedürftige zusammenleben, stoßen auf breite Zustimmung.

„Die Zahlen zeigen, dass wir in Deutschland bereits eine starke Basis an freiwilligem Engagement haben, die wir weiter aktivieren sollten“, betont Reimann. Das Ziel sei nicht, die professionelle Pflege zu ersetzen, sondern sie durch gut organisierte Strukturen zu ergänzen.

Pflege-Report 2024 zum Download