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Hitzeschutz in der Altenpflege: Verdi und Diakonie schlagen Alarm

Verdi und die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe verlangen von der nordrhein-westfälischen Landesregierung ein Sofortprogramm gegen Hitzebelastung in Altenpflegeeinrichtungen. Beide Organisationen sehen vor den nächsten Hitzewellen akuten Handlungsbedarf. Sie fordern 125 Millionen Euro über fünf Jahre für Hitzeschutz und energetische Sanierung.

Kaum Hitzeschutz in Pflegeheimen
Bei steigenden Temperaturen geraten viele Pflegeeinrichtungen an ihre Grenzen. Foto: Adobe Stock/ Jenny Sturm

Bei steigenden Temperaturen gerieten viele Einrichtungen an ihre Grenzen, berichtete Diakonie-Pflege-Experte Marc Schué in Düsseldorf. Er sprach von „jährlich wiederkehrenden Ausnahmezuständen“, die an der Menschenwürde kratzten. Altenpflegerin Silke Behrendt von Verdi NRW erklärte: „Ein Mensch, der im Bett liegt und sich nicht bewegen kann, erlebt das noch viel schlimmer.“ Den zusätzlichen Betreuungsbedarf bei hohen Temperaturen könne das Pflegepersonal nicht auffangen.

Klimaanlagen bleiben die Ausnahme

Technische Maßnahmen wie Klimaanlagen oder Ventilatoren seien in den wenigsten Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen vorhanden, hieß es bei der Vorstellung in Düsseldorf. Stattdessen behelfen sich die Häuser nach Angaben der Organisationen mit gekühlten Handtüchern, Sprühflaschen und Trinkprotokollen zur ausreichenden Flüssigkeitsaufnahme.

Personalausfälle durch körperliche Belastung

Die körperliche Anstrengung reize auch das Personal aus, sodass es zu noch mehr Ausfällen komme, berichtete Verdi. Die zusätzliche Betreuung in Hitzephasen verschärfe damit die ohnehin angespannte Personalsituation in den Einrichtungen.

Sofortprogramm über fünf Jahre gefordert

Bereits im März hatten Verdi und die Diakonie gemeinsam mit Sozialverbänden sowie dem Deutschen Mieterbund NRW in einem Brief an die Landesregierung ein Sofortprogramm von 125 Millionen Euro über fünf Jahre für Hitzeschutz und energetische Sanierungen in der stationären Pflege gefordert. Verdi-Gewerkschaftssekretärin Dagmar Acosta Navarro verwies darauf, dass die Kommunen die Finanzierung allein nicht stemmen könnten: „Die Kommunen haben jetzt schon Schwierigkeiten, Sanierungsmaßnahmen für Straßen, Schulen und viele öffentliche Gebäude aus diesen Mitteln zu stemmen.“ Dort noch Investitionen in die Altenpflege unterzubringen, wäre kaum möglich.