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Gradierwerk im Pflegeheim in Betrieb genommen

Im Senioren- und Pflegezentrum Deinerlinde in Einbeck (Niedersachsen) ist ein Gradierwerk in Betrieb gegangen. Die Anlage vernebelt hochprozentige Thermalsole und arbeitet dank Solarmodulen sowie eines geschlossenen Wasserkreislaufs autark von der öffentlichen Strom-, Wasser- und Abwasserversorgung.

Das Gradierwerk in der Deinerlinde in Einbeck arbeitet solarbetrieben und autark und erzeugt bei Anwesenheit von Personen gezielt Sole-Aerosol für gesundheitsfördernde Inhalation. Foto: Deinerlinde Senioren-und Pflegezentrum

Ausgangspunkt für das Projekt war laut Presseinfomrationen das 65-jährige Bestehen der Pflegeeinrichtung Deinerlinde im Jahr 2025. Die Einrichtung, in der aktuell 122 Bewohnende, 15 Tagespflegegäste und 165 Mitarbeitende betreut und beschäftigt sind, versteht sich seit ihrer Gründung als kontinuierlich lernende Organisation. Vor diesem Hintergrund entstand die Idee, ein Gradierwerk als dauerhaft gesundheitsförderndes Angebot im Garten zu etablieren. Nach einer ersten Vorstellung innerhalb des Leitungsteams bestand schnell Einigkeit darüber, das Vorhaben umzusetzen.

Projektidee und Finanzierung durch mehrere Förderer

Da Pflegekassen die Maßnahme nicht finanzieren, unterstützten die AKB Stiftung, die Bürgerstiftung der Sparkasse Einbeck sowie die Sozial- und Sportstiftung des Landkreises Northeim das Projekt mit insgesamt 25.000 Euro; weitere Mittel stammen aus dem Weihnachtsmarkterlös der Einrichtung. Eine Sachspende sichert zudem die regelmäßige Befüllung mit Sülbecker Thermalsole.

Feierliche Inbetriebnahme

Der Vorsitzende des Heimbeirates, Jürgen Giemann, startete die Anlage in einem der Gärten der Deinerlinde am 25. März per Knopfdruck. Geschäftsführer und Einrichtungsleiter Alexander Kloss hatte das Gradierwerk bei einem polnischen Unternehmen in Auftrag gegeben, das kompakte, solarbetriebene Anlagen herstellt.

So funktioniert die Anlage

Die Funktionsweise des Gradierwerks basiert auf einem sensorgesteuerten, energieautarken System. Es erzeugt das Sole-Aerosol nur dann, wenn sich Personen in unmittelbarer Nähe aufhalten, wodurch die eingesetzte Thermalsole gezielt und ohne Verluste genutzt wird. Ein integriertes Telemetrie-System überwacht dabei kontinuierlich die Betriebsparameter und meldet etwa den Bedarf zum Nachfüllen der Sole. Die Inhalation erfolgt direkt vor Ort: Setzen sich Nutzende auf die umliegenden Sitzplätze, startet die Vernebelung automatisch und hält auch nach dem Verlassen noch eine Zeit lang an.

Nutzen für die Gemeinschaft

Das Gradierwerk steht Bewohnenden, Angehörigen, Gästen des Cafés und Mitarbeitenden zur Verfügung und soll unter anderem bei Atemwegs- sowie Herz- und Kreislauferkrankungen helfen. Gleichzeitig dient es als Ort der Begegnung im Garten am Fischteich. Die Nutzung der regional verfügbaren Sülbecker Thermalsole wurde durch eine Kooperation mit dem Eigentümer der Quelle ermöglicht, der die langfristige Versorgung des Gradierwerks zugesichert hat.

Allgemeine Eigenschaften des Gerätes

  • Gerätehöhe: 3,3 Meter
  • Außendurchmesser: 3,7 Meter
  • Fassungsvermögen des Soletanks: min. 1000 Liter
  • Erzeugung von Soleaerosol: im gesamten Wirkungsbereich des Gradierwerks
  • Keine Installation an externe Medienquelle erforderlich
  • Keine Fundamente für die Struktur des Gradierwerks notwendig
  • Elektrische und hydraulische Installation
  • Aufbereitungs- und Desinfektionsanlage
  • Photovoltaik-Paneele mit einer Gesamtleistung von 450 W
  • Pufferbatterie mit einer Kapazität von 80 Ah
  • Anzahl der Sitzplätze: 10
  • Grundlegendes Konstruktionsmaterial: Kohlenstoffstahl, Edelstahl
  • Veredelungsmaterial: imprägnierte skandinavische Fichte
  • Anschaffungskosten inkl. Montage: 30.000 Euro