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Finanzierungsplan für Pflege im Quartier: Anstädt stellt neues Instrument in Hannover vor

Wie lassen sich Versorgungsquartiere solide finanzieren? Quartiersexperte Torsten Anstädt hat dafür einen standardisierten Finanzierungsplan entwickelt und präsentiert ihn am 30. September 2026 auf der Häusliche Pflege Konferenz “ Versorgungsquartiere – planen und betreiben“ in Hannover. Das Instrument soll Trägern einen Quick-Check von Kosten, Fördermitteln und Refinanzierungswegen ermöglichen.

orsten Anstädt, Geschäftsführer der HumaQ GmbH in Wiesbaden Foto: Masa Yusua

Die Frage nach der Finanzierung eines Quartiers begegne ihm in nahezu jedem seiner Kurse zur Quartiersentwicklung, berichtet Torsten Anstädt, Geschäftsführer der HumaQ GmbH in Wiesbaden. Die üblichen Antworten seien meist zu pauschal. Sach-, Fix-, Personal- und Investitionskosten benötigten unterschiedliche Finanzierungswege; Anschubförderung und dauerhafte Regelfinanzierung müssten von Beginn an gemeinsam gedacht werden. Zudem stünden kommunale und frei-gemeinnützige Träger vor unterschiedlichen Ausgangslagen.

Als Reaktion darauf hat Anstädt nach eigenen Angaben den ersten standardisierten Finanzierungsplan für individuelle Quartiere entwickelt. Er baut auf dem sogenannten Quartiers-Canvas auf, den Teilnehmende seiner Kurse zur Ausarbeitung ihres Betreibermodells nutzen. Das Instrument soll einen Schnelldurchgang vom ersten Kostenüberschlag über Förder- und Refinanzierungswege – dazu zählt Anstädt SGB XI, V, IX und XII, Landesförderungen sowie Stiftungen – bis zu einem konkreten Finanzierungsfahrplan ermöglichen.

Vorgestellt wird der Finanzierungsplan auf der Häusliche Pflege Konferenz Versorgungsquartiere – planen und betreiben am 30. September und 1. Oktober 2026 in Hannover. Anstädt kündigt zwei Auftritte an: einen Impulsvortrag mit dem Titel „Versorgungsquartiere als Wirtschaftlichkeitsmotor für ambulante Pflege, Service-Wohnen und Wohnungswirtschaft“ sowie ein vertiefendes Workshop-Forum am Nachmittag.

Die Konferenz des Vincentz Network richtet sich laut Programm an ambulante Pflege, Betreutes Wohnen, Service-Wohnen, Wohnungswirtschaft, Genossenschaften und Kommunen. Im Fokus steht die Frage, wie sich Quartiere so planen, finanzieren und betreiben lassen, dass ambulante Pflege wirtschaftlich tragfähig bleibt und zugleich soziale Wirkung entfaltet.

Neben Anstädt sind unter anderem Sylvia Bruns, Dezernentin für Soziales und Integration der Landeshauptstadt Hannover, und Uwe Hildebrandt, Leiter des Referats für Pflege und Heimaufsicht im Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung, angekündigt. Dagmar Vogt-Janssen, Leiterin der Fachstelle Senioren der Landeshauptstadt Hannover, spricht zur Rolle der Kommune als Initiatorin und Moderatorin sowie zur Verzahnung von Pflege, Wohnen und sozialen Angeboten. Unternehmensberater Michael Küppers (361 Coaching und Beratung) adressiert Synergien, Leistungskombinationen und Perspektiven ambulanter Angebote – Zielgruppe sind Inhaber:innen, Geschäftsführer:innen und Leitungskräfte ambulanter Dienste.

Zum Programm gehören zwei Exkursionen. Das Johanniter-Quartier Kirchrode in der Gravensteiner Allee wurde im Frühjahr 2014 als Appartementhaus im Stadtviertel „Seelhorster Garten“ fertiggestellt und verbindet Service-Wohnen, ambulante Versorgung und Tagespflege unter einem Dach. Das Stift zum Heiligen Geist in der Heiligengeiststraße dient als Beispiel für ein gewachsenes innerstädtisches Versorgungsquartier mit Betreutem Wohnen, ambulantem Dienst, Quartiersgastronomie und Refinanzierungsmodellen unter einem Dach; Geschäftsführer Jens Seidel lädt im Anschluss zu einem Vernetzungslunch ein.

Weitere Informationen und Anmeldung: Häusliche Pflege Konferenz Versorgungsquartiere

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