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Wie können Caring Communities gestärkt werden?

Der Landesstützpunkt Hospizarbeit und Palliativversorgung Niedersachsen hat zu seinem 10-jährigen Bestehen einen Fachtag zu sorgenden Gemeinschaften ausgerichtet. Im Fokus: die Verzahnung von professioneller Versorgung, Ehrenamt und Kommunen.

Gesa Schirrmacher, Abteilungs- leiterin im Niedersächsischen Gesundheitsministerium Foto: LSHPN

Rund 150 Teilnehmende aus Praxis, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft kamen am 3. September 2026 an der Hochschule Hannover zum Fachtag „Caring Communities – Sorge braucht Gemeinschaft“ zusammen. Eingeladen hatte der Landesstützpunkt Hospizarbeit und Palliativversorgung Niedersachsen e. V. (LSHPN) anlässlich seines zehnjährigen Bestehens. Laut LSHPN war die Veranstaltung bereits im Vorfeld vollständig ausgebucht.

Inhaltlich ging es um die Frage, wie sich sorgende Gemeinschaften stärken und hospizliche sowie palliative Begleitung als gemeinsame Aufgabe von professionellen Akteur:innen und Zivilgesellschaft weiterentwickeln lassen. Diskutiert wurden laut Veranstalter insbesondere die Rolle kommunaler Strukturen, die Bedeutung bürgerschaftlichen Engagements sowie neue berufliche und akademische Qualifikationsprofile im Gesundheitswesen – Aspekte, die für Führungsverantwortliche in der ambulanten Pflege unmittelbar an Personalgewinnung und Versorgungssteuerung anknüpfen.

Dr. Gesa Schirrmacher, Abteilungsleiterin im Niedersächsischen Gesundheitsministerium, würdigte die Arbeit des LSHPN und gratulierte zum Jubiläum. Sie verwies darauf, dass Beschäftigte in dieser Versorgungsphase körperlich und seelisch stark gefordert seien und über das Netzwerk entsprechendes Know-how erhielten – aus ihrer Sicht eine Win-win-Situation für alle Beteiligten. Schirrmacher betonte laut Mitteilung zudem die gesellschaftliche Relevanz einer gut vernetzten Hospiz- und Palliativversorgung sowie die Bedeutung tragfähiger kommunaler Strukturen für eine würdevolle Begleitung am Lebensende.

Der Fachtag bot neben Impulsvorträgen eine Podiumsdiskussion sowie Raum für Vernetzung. Vertreter:innen aus Kommunen, Versorgungspraxis, Wissenschaft und Zivilgesellschaft erörterten konkrete Ausgestaltungsmöglichkeiten für Caring Communities. Als zentrale Erkenntnis hebt der Veranstalter die enge Verzahnung von professionellen Angeboten, ehrenamtlichem Engagement und kommunaler Verantwortung hervor.

Dr. Rainer Prönneke, Vorsitzender des LSHPN, wertete die Resonanz als Beleg dafür, dass das Thema einen Nerv treffe, und bezeichnete die Gestaltung von Sorgekultur als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Rosemarie Fischer, Leitung des Landesstützpunktes, erinnerte an den Auftrag des Landes von vor zehn Jahren: zu vernetzen und daran mitzuwirken, dass niemand zu Hause oder in einer stationären Einrichtung unversorgt oder einsam sterben müsse. Diesen Auftrag wolle man mit dem Fachtag und der weiteren Arbeit fortführen.

Der Fachtag fand in Kooperation mit der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen e. V., der Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit Niedersachsen sowie der Hochschule Hannover und weiteren Partnern statt. Der LSHPN selbst wird durch das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung gefördert und von der Landesvertretung Niedersachsen/Bremen der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), dem Hospiz- und PalliativVerband Niedersachsen (HPVN) sowie dem Betreuungsnetz schwerkranker Kinder UG getragen.

Veranstaltungstipp

Wer die Debatte um sorgende Gemeinschaften, kommunale Verantwortung und quartiersbezogene Versorgung vertiefen möchte, hat dazu Ende September Gelegenheit: Am 30. September und 1. Oktober 2026 richtet Vincentz Network in Hannover die Häusliche Pflege Konferenz Versorgungsquartiere – planen und betreiben aus. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Quartiere so planen, finanzieren und betreiben lassen, dass ambulante Pflege wirtschaftlich tragfähig bleibt und zugleich soziale Wirkung entfaltet. Adressiert werden ambulante Pflegeanbieter, Wohnungswirtschaft, Investoren, Genossenschaften und Kommunen.

Auf dem Programm stehen unter anderem Beiträge zu Quartieren als Skalierungsmodell für ambulante Pflege, zur Rolle der Kommune als Initiatorin und Moderatorin sowie zu Kooperationsmodellen zwischen Pflegediensten und Wohnungsunternehmen. Zu den Referent:innen zählen Sylvia Bruns, Dezernentin für Soziales und Integration der Landeshauptstadt Hannover, Uwe Hildebrandt vom Niedersächsischen Sozialministerium, Dagmar Vogt-Janssen (Fachstelle Senioren Hannover), Torsten Anstädt (humaQ), Michael Küppers (361 Coaching und Beratung), Ricarda Hasch (bpa Niedersachsen), Lars Papalla (Verband der Wohnungswirtschaft Niedersachsen Bremen), Carsten Tech (hanova) sowie Silke Aue (Johanniter-Unfall-Hilfe). Ergänzt wird das Programm durch Exkursionen in das Johanniter-Quartier Kirchrode und das innerstädtische Stift zum Heiligen Geist. (ck)

Häusliche Pflege Konferenz Versorgungsquartiere – planen und betreiben

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