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Fehlende Prävention-Angebote für ältere Menschen

Präventionsangebote richten sich zu wenig an ältere Zielgruppen, die von Pflegebedürftigkeit bedroht sind. Das kann sich ändern.

Präventionsangebote sollten sich auch an ältere Zielgruppen richten. Adobe Stock/ peopleimages.com

In einem am 10. Dezember vorgestellten Positionspapier des BKK Dachverbands wird auf deutliche Defizite in der Präventionslandschaft in Deutschland hingewiesen. Der Verband fordert strukturelle Änderungen und neue Ansätze, um ältere Menschen besser zu erreichen.

Das deutsche Gesundheitssystem bleibt stark krankheitszentriert, so der BKK in einer Pressemitteilung. Präventionsangebote konzentrieren sich überwiegend auf Kinder, Jugendliche und Menschen mittleren Alters, während ältere Zielgruppen oft übersehen werden. Laut dem BKK Dachverband fehlt es nicht nur an bedarfsgerechten Konzepten, sondern auch an Transparenz über die Leistungen verschiedener Kostenträger. Besonders ältere Menschen ohne Pflegegrad, die erste Anzeichen von Gebrechlichkeit zeigen, würden nicht ausreichend berücksichtigt.

Mangel an sektorenübergreifenden Konzepten

Ein zentrales Problem sei der Mangel an sektorenübergreifenden Konzepten, die Pflegebedürftigkeit vermeiden oder verzögern könnten. Zudem würden Fehlanreize für Leistungserbringer die Situation verschärfen, da steigende Pflegebedürftigkeit aktuell zu höheren Vergütungen führe.

Der BKK Dachverband schlägt in seinem Positionspapier mehrere Maßnahmen vor:

  • Zentrale Plattformen: Eine digitale Übersicht soll trägerübergreifend Präventionsangebote und Beratungsleistungen zugänglich machen.
  • Bessere Beratung: Präventionsangebote sollen verstärkt in Empfehlungen durch Ärzte und Pflegekräfte integriert werden. Auch Menschen ohne Pflegegrad und deren Angehörige sollen präventiv beraten werden.
  • Neue Anreizsysteme: Versicherte könnten durch Belohnungsmodelle für die Nutzung spezifischer Präventionsangebote motiviert werden.
  • Systemreform: Fehlanreize bei Leistungserbringern müssten abgebaut werden. Kurzzeit- und Tagespflegeeinrichtungen sollten stärker auf präventive und rehabilitative Ansätze ausgerichtet werden.

Ein Hoffnungsschimmer liegt im Gesundheitsdatennutzungsgesetz (§ 25b SGB V). Dieses eröffnet Krankenkassen die Möglichkeit, potenzielle Pflegerisiken frühzeitig zu erkennen und proaktiv auf gefährdete Versicherte zuzugehen. Dadurch könnten maßgeschneiderte Präventionsangebote entwickelt werden, die individuell auf körperliche, geistige und soziale Bedürfnisse eingehen.

Mit altersgerechten Präventionspfaden und innovativen Konzepten könnte der Präventionsbedarf gezielt adressiert werden – eine Aufgabe, die angesichts des demografischen Wandels immer dringlicher wird. Der BKK Dachverband mahnt an, dass jetzt gehandelt werden müsse, um der Pflegekrise wirksam entgegenzutreten.