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Breites Bündnis erarbeitet Nachhaltigkeitsstrategie
Zahlreiche Organisationen aus Gesundheit und Pflege legen ein gemeinsames Eckpunktepapier vor. Sie fordern eine verbindliche Nachhaltigkeitsstrategie für das deutsche Gesundheitssystem – mit konkreten Handlungsfeldern für die Pflege, von der Flottenelektrifizierung bis zur Telepflege.
Ein Bündnis aus Krankenkassen, Ärzteschaft, Industrie und Pflegeverbänden hat ein Eckpunktepapier mit dem Titel „Nachhaltigkeit im deutschen Gesundheitssystem – Eckpunkte für eine Strategie“ vorgelegt. Federführend beteiligt sind laut Papier der BKK Dachverband, die Bundesärztekammer, der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie sowie das Centre for Planetary Health Policy (CPHP). Das Dokument soll dem Bundesministerium für Gesundheit und den Abgeordneten des Deutschen Bundestages übergeben werden. Ziel ist es, die Eckpunkte unter Federführung des Ministeriums zu einer verbindlichen Strategie weiterzuentwickeln und in den anstehenden Strukturreformen zu verankern.
Das Papier benennt Handlungsbedarfe in neun Bereichen: Governance, Prävention und Versorgungsplanung, ambulante, pflegerische und stationäre Versorgung, Arzneimittel, Medizinprodukte, Abfallreduktion, Transport und Digitalisierung. Die Initiator:innen argumentieren, dass Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit, Qualität und Finanzierbarkeit nicht länger getrennt betrachtet werden dürften.
Am Dialogprozess wirkten unter anderem die Deutsche Krankenhausgesellschaft, der Gemeinsame Bundesausschuss, der Bundesverband Medizintechnologie, das Aktionsbündnis Patientensicherheit, die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, die Nationale Präventionskonferenz, die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege sowie der Deutsche Pflegerat mit. Eingeflossen sind laut BKK Dachverband auch Erfahrungen aus England, den Niederlanden, Dänemark und Österreich.
Die Potenziale zur Vermeidung von Pflegebedürftigkeit und zur Entlastung pflegender An- und Zugehöriger seien „bei weitem noch nicht ausgeschöpft“, so das Papier. Zentral seien Präventionsberatung, konkrete Anleitung und entlastende Strukturen. Bei entsprechender gesetzlicher Zulassung könnten Datenanalysen frühzeitig auf drohende gesundheitliche Verschlechterungen mit Pflegebedarf hinweisen, sodass gegengesteuert werden könne. Auch im bestehenden Pflegefall ließen sich Verläufe stabilisieren oder reduzieren.
Telepflege wird laut Papier derzeit als Unterstützungsinstrument erprobt – insbesondere mit Blick auf die Versorgung in ländlichen Regionen und die Entlastung pflegender An- und Zugehöriger.
Das Papier plädiert für die Leitlinie „Prävention vor ambulant vor stationär“ – zunehmend ergänzt um „digital vor ambulant vor stationär“. Weitere Informationen zum Eckpunktepapier sind beim BKK Dachverband verfügbar.
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