Pflege und Politik
BMG: Hürden fürs E-Rezept in Pflegeheimen überwinden
Noch beteiligen sich nur wenige Pflegeheime an der Telematikinfrastruktur (TI), das bereitet beim E-Rezept für Heimpatienten Probleme. Zudem gibt es weitere Hürden, um das E-Rezept in Heimen nutzen zu können. Wie die Ärzte-Zeitung berichtet, gibt es Ansätze, dies bald zu ändern.
Schon bevor das Apotheken-Reformgesetz im Kabinett beschlossen worden ist, gibt es erste Nachbesserungen aus dem Bundesgesundheitsministerium (BMG): Dem Ministerium gehe es laut Ärzte-Zeitung darum, eine organisatorische Hürde fürs E-Rezept in der Zusammenarbeit zwischen Praxen, heimversorgender Apotheke und Pflegeheim beiseitezuräumen.
Wie die Ärzte Zeitung vom Bundestagsabgeordneten und Gesundheits- und Digitalpolitiker Matthias Mieves erfahren hat, sieht ein Änderungsvorschlag aus dem BMG vor, dass ein Apothekenbetreiber mit bestehendem Heimversorgungsvertrag, abweichend vom Zuweisungsverbot, „Absprachen (…) mit Ärzten treffen“ kann, „die das Sammeln und direkte Weiterleiten von Verschreibungen, auch Verschreibungen in elektronischer Form oder elektronische Zugangsdaten zu Verschreibungen in elektronischer Form, für die Bewohner des Heimes an seine Apotheke umfassen“. So soll es in einem neu gefassten Absatz 4 des Paragrafen 12a Apothekengesetz formuliert werden. Die DAZ-online hatte zuerst über den Änderungsvorschlag berichtet.
Mit dem neuen Passus würde die bisher geübte Praxis, dass Rezepte auf Muster 16 für Heimpatienten nach einmaliger Einwilligung des Patienten direkt in der Praxis gesammelt und in die heimversorgende Apotheke weitergeleitet werden, auch mit dem E-Rezept ermöglicht werden – ohne Medienbruch, zum Beispiel über den E-Mail-Dienst in der Telematikinfrastruktur KIM (Kommunikation im Medizinwesen), so die Ärzte-Zeitung.
Dahinter steckt, dass bislang nur wenige Pflegeheime an die Telematikinfrastruktur angeschlossen sind. Daher ist eine Weiterleitung der E-Rezepte aus der Praxis zunächst ans Heim und dann weiter in die Apotheke im Regelfall nicht möglich. Aber auch in diesem Bereich tut sich etwas: So hatte vor Kurzem der E-Health- und Praxissoftware-Anbieter Red Medical gemeldet, zusammen mit dem Apotheken-Portal Gedisa eine Cloud-Lösung für Pflegeheime anzubieten, um sie an die TI anzuschließen und damit KIM-fähig zu machen.
Wie dringlich Ärztinnen und Ärzte dieses Problem sehen, zeigen auch die Antworten auf die „Frage der Woche“ der Ärzte Zeitung in der vergangenen Woche. Auf die Frage zu „Sechs Monate E-Rezept-Pflicht – Wie läuft es inzwischen in Ihrer Praxis?“ hatten immerhin 24 Prozent der Teilnehmer geantwortet „Sehr gut. Aber das E-Rezept muss endlich für alle Versorgungsbereiche funktionieren!“ Also auch im Pflegeheim.
Eine Antwort auf “BMG: Hürden fürs E-Rezept in Pflegeheimen überwinden”
Im vom BMG aktuell veröffentlichten Referentenentwurf sind diese Änderungen wie oben diskutiert nicht aufgeführt. Die KIM ist auch nicht das Problem, da eine automatisierte Weiterleitung möglich ist. Auf keinen Fall sollten Einrichtungen mit der Anbindung an die TI warten. Da das Apotheken-Reformgesetz gravierende Strukturveränderungen für die Apotheken und ihre Existenz und Geschäftsmodelle mit sich bringt, kann es noch einige Monate oder länger dauern bis es verabschiedet wird. Die KIM der Pflegeeinrichtungen ist dabei absolute Nebensache.
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