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Aktionstag macht auf die Versorgungskrise in der Pflege aufmerksam
Mit einem gemeinsamen Aktionstag wollen die Arbeitgeber in der Pflege am 19. März auf die angespannte Versorgungssituation in der Pflege aufmerksam machen.
Die Ruhrgebietskonferenz Pflege und viele andere Akteure der Pflege wollen zeigen, was passiert, wenn nichts geschieht. „Wenn wir nicht bald handeln, steuern wir auf einen tiefen Pflegenotstand zu“, bringt Jörg Klomann von der Diakonie im Kirchenkreis Recklinghausen und Sprecher der Ruhrgebietskonferenz Pflege die Situation auf den Punkt.
Im Jahr 2030 fehlen rund 130.000 Pflegekräfte. Das bedeutet 1,1 Millionen Pflegebedürftige, die unversorgt bleiben. Das sind so viele Menschen, wie die Städte Essen und Dortmund zusammen Einwohner haben
Am Dienstag, 19. März, findet deshalb ab 12 Uhr vor dem Rathaus in Recklinghausen eine Aktion unter dem Motto „Pflegereform anpacken, sonst können wir einpacken“ statt. In Anlehnung an den Aktionskünstler Christo sollen Autos von Pflegediensten eingepackt werden, um ihren Wert für die Gesellschaft sichtbar zu machen. Gleichzeitig sollen die Pflegedienste mit einem Autokorso auf dem Wall die unsichtbaren Warteschlangen vor den ambulanten Diensten transparent machen.
Fachkräftemangel wird sich weiter verschärfen
Der Forderungskatalog der Pflegearbeitgeber für den Aktionstag ist umfangreich. Die Arbeitgeber fordern die Umsetzung der längst überfälligen Entbürokratisierung sowie die konsequente Einführung digitaler Lösungen zur Verbesserung der Pflege und zur Entlastung der Beschäftigten. Um die Pflege zukunftsfähig zu machen, braucht es ein Investitionsprogramm für die digitale Infrastruktur und für eine nachhaltige Personalgewinnung.
Insbesondere in der ambulanten Pflege herrscht bereits heute hinter verschlossenen Türen ein akuter Pflegenotstand. Pflegedienste streichen Touren und schränken ihre Einzugsgebiete ein. Von 2020 bis 2024 müssen ambulante Dienste ihr Personal um bis zu 20 Prozent reduzieren. Der Fachkräftemangel wird sich weiter verschärfen.
„In unseren Pflegediensten sind 2/3 der Beschäftigten über 55 Jahre alt. Im Jahr 2030 müsste sich jeder zweite Schulabgänger für einen Pflegeberuf entscheiden, um den prognostizierten Bedarf zu decken“, sagt Martina Waldner, Abteilungsleiterin der Arbeiterwohlfahrt Unterbezirk Münsterland-Recklinghausen. Die aktuell erlebten Leistungseinschränkungen stünden in krassem Widerspruch zum Selbstverständnis der professionell Pflegenden.
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