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AGVP: Infrastruktur-Sondervermögen soll Pflegenotstand beheben

Der Arbeitgeberverband Pflege (AGVP) drängt auf eine grundlegende Neuausrichtung der Pflegepolitik in Deutschland.

AGVP-Präsident Thomas Greiner fordert von der Politik, einen erheblichen Teil des Sondervermögen in die Pflege zu investieren. Foto: Clemens Hartmann

Nach der Einigung von CDU und SPD auf ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur fordert AGVP-Präsident Thomas Greiner, einen erheblichen Teil davon in die Pflege zu investieren. Ziel sei ein „Zukunftsbooster Pflege“, um die Versorgung der alternden Bevölkerung zu sichern.

„Die Infrastruktur eines Landes ist wie sein Betriebssystem – und Deutschlands ist veraltet. Besonders die Pflege braucht dringend ein Update“, erklärte Greiner. Pflegende Angehörige seien überlastet, Einrichtungen fehlten Mittel für Sanierung, Klimaanpassung und Digitalisierung. Viele Pflegebedürftige stünden auf Wartelisten, obwohl sie jahrelang Beiträge gezahlt hätten.

Der AGVP appelliert an den Bundestag, mit dem Sondervermögen Investitionen zu fördern und Reformen umzusetzen. Eine Kombination aus ordnungsrechtlichen Maßnahmen und finanzieller Unterstützung könne die Eigenanteile der Pflegebedürftigen in stationären Einrichtungen um mehrere Hundert Euro senken und dringend benötigte Investitionen anstoßen. „Die Politik kann sich ein Denkmal setzen, wenn sie die Versorgung der Boomer-Generation absichert. Wann, wenn nicht jetzt?“, so Greiner.

Hintergrund ist die gestrige Einigung von Union und SPD auf ein kreditfinanziertes Sondervermögen zur Modernisierung der Infrastruktur, das auch soziale Bereiche wie Gesundheit und Pflege umfassen soll. Experten warnen jedoch, dass ohne tiefgreifende Strukturreformen allein zusätzliche Mittel nicht ausreichen werden.