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Schweizer Pflegeheime verbinden Wirtschaftlichkeit und Qualität

In zwei Pflegeeinrichtungen der Stiftung Liebenau in der Schweiz gehen Wirtschaftlichkeit und Qualität im Alltag Hand in Hand – etwa durch öffentliche Restaurants, externe Wäschereiaufträge und regionale Produkte. Darüber tauschten sich Führungskräfte deutscher Altenhilfeträger in der New Care – New Leadership Community von Altenheim vor Ort mit ihren Schweizer Kolleginnen und Kollegen aus. Ein Blick nach Waldstatt und Brunnadern.

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Liebenau Bad Säntisblick in Waldstatt: Hier gibt es 63 Pflegeplätze und ein öffentliches Restaurant. Foto: Olga Sophie Ennulat

Die New Care – New Leadership Community der Fachzeitschrift Altenheim mit Leitungskräften kommunaler, freigemeinnütziger, kirchlicher und privater Altenhilfeträger aus dem gesamten Bundesgebiet besuchte zwei Häuser der Stiftung Liebenau in der Schweiz. In Waldstatt im Kanton Appenzell Ausserrhoden und in Brunnadern im Kanton St. Gallen informierten sich die Teilnehmenden über das Schweizer Pflegesystem und den Alltag in beiden Einrichtungen.

Öffentliches Restaurant als Treffpunkt im Ort

Im Restaurant der Einrichtung Bad Säntisblick in Waldstatt kochen nach Angaben von Institutionsleiter Christoph Fuhrer ein Küchenmeister, vier ausgebildete Köchinnen und Köche sowie drei Auszubildende täglich für externe Gäste. Die Produkte stammen laut Fuhrer größtenteils aus der Region: „Qualität geht voraus, da gebe ich gerne ein paar Franken mehr aus.“ Diese Einstellung zahlt sich aus: Das Restaurant ist gut besucht, Menschen aus der Gemeinde kommen zum Essen und bleiben im Anschluss gerne noch zum Kartenspielen. Das belebt Einrichtung und Gemeinde gleichermaßen.

Auch das Haus Neckertal in Brunnadern betreibt ein öffentliches Restaurant und nimmt in der Wäscherei externe Aufträge an. Beides zahle auf die Wirtschaftlichkeit ein, so Institutionsleiter Roman Strübi. Entscheidend sei aber, „dass sich jeder wohlfühlt, der ins Haus kommt“.

42-Stunden-Woche und geteilte Dienste

In der Schweiz gilt die 42-Stunden-Woche. Mitarbeitende dürfen in der Liebenau Neckertal jedoch Minusstunden aufbauen und bei Bedarf wieder abbauen. Bei Krankmeldungen führt das Haus Neckertal nach Angaben Strübis grundsätzlich ein kurzes Rückkehrgespräch, unabhängig von der Dauer der Abwesenheit. Ziel sei nicht Kontrolle, sondern früh zu erkennen, ob nur ein Infekt oder doch eine Überlastung dahinterstehe.

Einrichtung übernimmt Pflegeeinstufung selbst

Die Einstufung in eine der zwölf Pflegestufen nehmen die besuchten Einrichtungen selbst vor, die Krankenkassen prüfen stichprobenartig. Nach Angaben Strübis sichern Schulungen, die Supervision der Pflegedienstleitung sowie die Unterschrift von Heimleitung und Hausarzt die Entscheidung ab, bevor sie an die Kasse geht.

Sie möchten bei der nächsten Exkursion dabei sein? Informieren Sie sich hier über die New Care – New Leadership Community von Altenheim.