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„Wirtschaftliche Steuerung wird zum entscheidenden Führungsinstrument“

Die Weiterbildung „Betriebswirtschaft und Controlling in der stationären Altenhilfe“ wird um die Regelungen des geplanten Pflegeneuordnungsgesetzes erweitert. Ziel ist es, Führungskräften Werkzeuge zur wirtschaftlichen Steuerung ihrer Einrichtungen an die Hand zu geben. Im Interview erläutert Kip Sloane, welche Inhalte die Weiterbildung vermittelt und warum betriebswirtschaftliche Steuerung angesichts steigender Kosten, Personalengpässen und einer dünner werdenden Liquiditätsdecke an Bedeutung gewinnt.

Grafik: Vincentz Network

Herr Sloane, was ist neu in der Weiterbildung „Betriebswirtschaft und Controlling in der stationären Altenhilfe“?
Neu ist vor allem, dass wir die Entwicklungen rund um das Pflegeneuordnungsgesetz unmittelbar aufgreifen. Sobald das Gesetz beschlossen ist, werden die verbindlichen Regelungen zeitnah in die Weiterbildung integriert und für die Praxis übersetzt. Das ist wichtig, denn die vorgesehenen Änderungen können erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Steuerung von Pflegeeinrichtungen haben – etwa bei Tarifrefinanzierung, Personal- und Kostenplanung, Pflegesatzverhandlungen, Leistungszuschlägen, Belegungsmanagement und Digitalisierung.

Die Teilnehmenden sollen nicht nur wissen, was sich gesetzlich ändert. Sie sollen vor allem verstehen: Was bedeutet das konkret für meine Einrichtung? Wo entstehen neue Risiken, wo möglicherweise neue Handlungsspielräume – und welche Entscheidungen muss ich jetzt vorbereiten? Genau diese Verbindung aus aktueller Gesetzeslage und betrieblicher Steuerung ist der besondere Mehrwert. Insgesamt betonen gesetzliche Änderungen immer die Grundidee des Lehrgangs – wir können uns nicht mit aktuellem Erfolg zufriedenstellen – es muss immer genau betrachtet werden, woher dieser kommt und welche Rahmenbedingungsänderungen Einfluss auf die wirtschaftliche Stabilität haben.

Was vermittelt die Weiterbildung darüber hinaus?
Wer eine Pflegeeinrichtung wirtschaftlich erfolgreich führen will, braucht mehr als einen Überblick über Zahlen und Kosten. Er braucht ein belastbares Steuerungsinstrumentarium. Deshalb vermitteln wir neben den Grundlagen der Betriebswirtschaft sowie den Spezifika der stationären Altenhilfe ebenso wie den sicheren Umgang mit Kennzahlen, Controllinginstrumenten und Wirtschaftlichkeitsanalysen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Pflegesatzverhandlungen, Finanz- und Machbarkeitsmodellen sowie der Frage, wie Führungskräfte wirtschaftliche Entwicklungen frühzeitig erkennen und fundierte Entscheidungen vorbereiten können. Es geht nicht darum, aus Pflegefach- oder Einrichtungsleitungen Betriebswirte zu machen. Es geht darum, ihnen die Werkzeuge zu geben, mit denen sie wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen, die richtigen Fragen stellen und ihre Einrichtung aktiv steuern können.

Wie erleben Sie die Lage in der stationären Pflege derzeit?
Die stationäre Pflege steht unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Kosten steigen, Personal bleibt ein Engpass, die Anforderungen an Qualität und Dokumentation sind hoch – und gleichzeitig müssen Einrichtungen für Bewohnerinnen und Bewohner sowie Angehörige bezahlbar und verlässlich bleiben. Viele Verantwortliche erleben, dass der Handlungsspielraum kleiner wird und Entscheidungen schneller getroffen werden müssen. Gleichzeitig steigt der Refinanzierungsdruck aktuell insbesondere durch eine Kettenreaktion von steigenden Kosten, trägen Sozialhilfeträgern und stetig dünner werdender Liquiditätsdecke.

Gerade deshalb wird betriebswirtschaftliche Steuerung immer wichtiger. Wer seine Kennzahlen kennt, Kostenentwicklungen nachvollziehen kann und frühzeitig gegensteuert, gewinnt Handlungssicherheit. Controlling ist dabei kein Selbstzweck und auch kein „Zahlenthema“ neben der eigentlichen Pflege. Es ist ein unverzichtbares Führungswerkzeug, um Qualität, Personal und Wirtschaftlichkeit dauerhaft zusammenzubringen.

                                                                                                                                                                                                                                                                                  Das Interview führte Steve Schrader.

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